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Bundesamt für Naturschutz

Bundesumweltminister Carsten Schneider besucht Leuchtturmprojekt FLOW

19.08.2026
Leipzig
Bundesumweltminister Carsten Schneider informierte sich am Freitag, den 14. August 2026 in Erfurt über das Citizen-Science-Projekt „FLOW“ und stieg dabei selbst in die Gera, um gemeinsam mit Bürgerwissenschaftler*innen die Gewässergüte des Flusses zu ermitteln.
FLOW Koordinator Roland Bischof (DAFV/iDiv), Projektleiterin Prof. Dr. Aletta Bonn (Universität Jena, UFZ und iDiv), Bundesumweltminister Carsten Schneider, Dr. Karin Glaser (Leiterin des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität) und Alexander Seggelke (Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverband)
FLOW Koordinator Roland Bischof (DAFV/iDiv), Projektleiterin Prof. Dr. Aletta Bonn (Universität Jena, UFZ und iDiv), Bundesumweltminister Carsten Schneider, Dr. Karin Glaser (Leiterin des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität) und Alexander Seggelke (Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverband) (v.l.n.r.)

„Gerade dieser Sommer ist ein Weckruf, dass wir mit der wertvollen Ressource Wasser anders umgehen müssen als bisher. Das sehen wir mit dem aktuellen Niedrigwasser vor allem an den großen Wasserstraßen“, äußerte sich der Minister bei seinem Besuch. Er betonte: „Natürliche Wasserräume speichern Wasser, kühlen die Umgebung und sorgen für Grundwasserbildung. Daher müssen wir Bächen und Flüssen wieder mehr Raum geben, ihre Auen und Überflutungsflächen stärken. Das hilft auch, den Gewässerzustand zu verbessern. Damit wir einen Überblick auch über den Zustand der vielen kleinen Bäche und Flüsse im Land haben, sind freiwillige Bürgerforschungsprojekte wie FLOW wertvoll und überaus hilfreich, auch um Bürgerforschung mit Engagement vor Ort zu verbinden.“ 

Seit 2021 haben im Citizen-Science-Projekt FLOW rund 2.000 Freiwillige in etwa 200 regionalen Gruppen bundesweit mehr als 500 Probestellen in kleinen Fließgewässern untersucht. Die Teilnehmenden werden dafür geschult und erfassen nach einem standardisierten Verfahren die Gewässerstruktur, die chemisch-physikalische Wasserqualität sowie die Gemeinschaft wirbelloser Tiere, vor allem von Insektenlarven. Die Zusammensetzung dieser Tiergemeinschaften liefert Hinweise darauf, wie stark die untersuchten Gewässer beispielsweise durch Schadstoffe belastet sind. Die bisherigen Untersuchungen des Projekts zeigen, dass etwa 60 Prozent der beprobten landwirtschaftlich geprägten Bäche den guten ökologischen Zustand nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie verfehlen.

Seit 2025 wird FLOW als eines von vier Leuchtturmprojekten vom Monitoringzentrum gefördert. Die wissenschaftliche Koordination des FLOW-Projektes liegt beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), bei der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und beim Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv). Als Projektpartner ist zudem der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) dabei. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Ehrenamt soll dabei perspektivisch über das Monitoring hinausgehen: So plant das FLOW-Team Erkenntnisse aus den Untersuchungen unmittelbar vor Ort aufzugreifen und direkte Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung kleiner Fließgewässer anzustoßen. „Viele Menschen engagieren sich in der Wissenschaft, weil sie gemeinsam etwas erreichen möchten. Jetzt wollen wir auf den FLOW-Daten aufbauen und gemeinsam mit lokalen Gruppen den Schritt von Citizen Science zu Citizen Action gehen, um Bäche auch ganz praktisch ökologisch aufzuwerten“, kündigt Projektleiterin Prof. Dr. Aletta Bonn von der Universität Jena an.

Für uns ist das Interesse des Bundesumweltministers eine ermutigende Bestätigung, dass wir mit FLOW ein echtes Leuchtturmprojekt fördern: FLOW verbindet innovative Ansätze des Biodiversitätsmonitorings mit dem Engagement der Menschen vor Ort und zeigt, wie Monitoring in die Breite wirken kann. Es war ein besonderer Tag in der Flusslandschaft – gemeinsam mit Menschen, die unsere Flüsse kennen, ihnen verbunden sind und sich für deren guten Zustand einsetzen“, freut sich die Leiterin des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität, Dr. Karin Glaser. 

Kontakt im BfN

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Stabsstelle PK Strategische Planung und Kommunikation
0228 8491-4444
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn