Vortragsreihe des Monitoringzentrums - Fernerkundung der Vegetation – Artgemeinschaften und Biodiversitätsaspekte
Vortragender: Prof. Dr. Hannes Feilhauer (Universität Leipzig)
(Fast) alle Pflanzen sind grün. Diese Tatsache erschwert die Erfassung von Vegetationsmustern mit Hilfe von Luft- und Satellitenbildern. Dennoch bieten die zunehmend verfügbaren digitalen Datenströme der Erdbeobachtung in Kombination mit Verfahren des maschinellen Lernens vielseitige Möglichkeiten zur skalenübergreifenden Kartierung von Ökosystemen und der Analyse ihrer Änderungen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Prinzipien, Schwierigkeiten und Möglichkeiten der spektralen Erfassung von Vegetationseigenschaften. Darauf aufbauend werden Anwendungsbeispiele vorgestellt, die den Schwerpunkt auf Einsatzmöglichkeiten legen, die mit konventionellen Kartierungsverfahren nicht möglich waren. Hierzu gehören insbesondere die Kartierung gradueller Übergänge in der Artenzusammensetzung natürlicher Vegetationsmuster, die Quantifizierung funktioneller Merkmale, die in direktem Bezug zu Änderungen von Ökosystemzuständen stehen, und die Erfassung des saisonalen Wandels funktioneller Diversität, die für die Ökosystemforschung zunehmend wichtiger wird.