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Bundesamt für Naturschutz

Hintergrund

Wie steht es um die biologische Vielfalt in Deutschland? Ausgelöst von der Debatte über das Insektensterben beschloss die Bundesregierung die Einrichtung des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität (NMZB), welches sich aktuell in der Aufbauphase befindet.

Datengrundlagen für den Schutz der Biodiversität

Der weltweite Verlust an biologischer Vielfalt gehört zu den stärksten Bedrohungen der Menschheit. Mit dem internationalen Übereinkommen über die biologische Vielfalt wurde ein globaler Ansatz etabliert, diesem Rückgang entgegenzuwirken. In Deutschland folgte daraus 2007 die Verabschiedung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt. Die dort formulierten Ziele bilden den Rahmen für Maßnahmen zum Erhalt von Lebensräumen, Arten und der genetischen Vielfalt in Deutschland und der damit verbundenen Ökosystemleistungen. Sie reflektieren damit auch die im Grundgesetz verankerte staatliche Verpflichtung, die natürlichen Lebensgrundlagen für die künftigen Generationen zu erhalten.

Um der Gefährdung der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen erfolgreich begegnen zu können, bedarf es belastbarer Daten zum Zustand und zur Veränderung von Natur und Landschaft sowie zu wichtigen Einflussgrößen. Mit einem langfristigen Biodiversitätsmonitoring können repräsentative Daten zu Biodiversität und Umweltfaktoren mit standardisierten, wissenschaftlich fundierten Methoden über lange Zeiträume erhoben werden. Deutschland hat bereits einige bundesweite Monitoringprogramme etabliert, mit denen wertvolle Daten zu bestimmten Artengruppen oder Lebensräumen erhoben und ausgewertet werden. Für ein umfassenderes Gesamtbild der Situation der Biodiversität in Deutschland bedarf es jedoch einer verbesserten Zusammenführung bereits vorhandener Informationen und Ergänzungen durch weitere noch zu entwickelnde Monitoringprogramme.

Insektenrückgang als Auslöser

Die Debatte über das Insektensterben in Deutschland und weltweit machte deutlich, dass wir in Deutschland bereits sehr umfassende Kenntnisse haben, die einen Insektenrückgang belegen. Es zeigte sich aber auch, dass repräsentative bundesweite Monitoringprogramme für Insekten noch fehlen, die ein umfassendes aber auch differenzierteres Bild über Zustand und Trend der vielen Insektengruppen liefern können. Dies war ein Auslöser dafür, dass sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag zur 19. Legislaturperiode zum Aufbau eines nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität bekannten. Dieser Prozess sollte ressortübergreifend angegangen werden, insbesondere unter Einbeziehung des Bundesumweltministeriums (BMU) sowie des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Weitere Ressorts sollten ebenfalls eng eingebunden werden.

Eine männliche Schwebfliege bewacht ein Weibchen beim Nektar sammeln von den Blüten der Scharfgarbe
Eine männliche Schwebfliege bewacht ein Weibchen beim Nektar sammeln von den Blüten der Scharfgarbe

Als Rahmen für die Einrichtung dieses Monitoringzentrums wurde ein Grobkonzept ressortübergreifend erarbeitet und am 27. Januar 2021 vom Kabinett verabschiedet. Zugleich wurden Finanzmittel im Bundeshaushalt für den Aufbau zur Verfügung gestellt, sodass die Aufbauphase des NMZB im Januar 2021 beginnen konnte.

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