Förderung
Um aktuelle Entwicklungsbedarfe zu adressieren, fördert das Monitoringzentrum Projekte im Rahmen des Förderaufrufs „Zukunftsfähiges Biodiversitätsmonitoring“ sowie als „Leuchtturmprojekte“ mit besonderer Bedeutung für das bundesweite Biodiversitätsmonitoring.
Leuchtturmprojekte
Leuchtturmprojekte des Monitoringzentrums sind ausgewählte, innovative Vorhaben, an deren Durchführung ein außerordentliches Bundesinteresse besteht. Sie schließen gezielt Lücken im bundesweiten Biodiversitätsmonitorings, die für die Aufgaben und Verpflichtungen des Bundes von besonderer Bedeutung sind.
Mit den Leuchtturmprojekten fördert das Monitoringzentrum gezielt Vorhaben, deren Ergebnisse und Erfahrungen über das einzelne Projekt hinaus langfristig das bundesweite Biodiversitätsmonitoring stärken. Als beispielgebende Vorhaben schaffen sie nachhaltigen Mehrwert, indem sie relevante Akteure vernetzen und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Naturschutzpraxis und, je nach Projekt, auch Citizen-Science-Initiativen fördern.
Leuchtturmprojekte in der Umsetzung
Die ersten Leuchtturmprojekte schaffen unter anderem belastbare Datengrundlagen, schließen bestehende Datenlücken und entwickeln Methoden, digitale Lösungen und technische Infrastrukturen weiter. Zugleich stärken sie die Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zwischen verschiedenen Akteuren sowie das gesellschaftliche Bewusstsein für Biodiversität. Die 2024 gestarteten Projekte verbinden dabei auf beispielhafte Weise wissenschaftliches, behördliches und ehrenamtliches Engagement und stärken die Citizen-Science-Community. Weitere Leuchtturmprojekte erweitern das Spektrum: Im Juni 2026 startete BK-DE mit dem Ziel, ein übergreifendes Kennwertsystem für den Zustand der Biodiversität in Deutschland zu entwickeln. Ab März 2028 untersucht EnDiLand die Auswirkungen unterschiedlicher Grünlandnutzung auf Bodentiere aus der Familie der Enchyträen und liefert damit neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Bodenmonitorings.
Gestartete und geplante Leuchtturmprojekte
2024 bis 2027
- ADEBAR 2 - Atlas Deutscher Brutvogelarten 2 – Use Case zur Zusammenarbeit Citizen Science, Fachgesellschaften und Fachbehörden
- FAMos - Förderung und Ausbau des Tagfalter-Monitorings Deutschland (TMD)
- FloraIncognita - Methoden zum Schließen von Datenlücken im bundesweiten Biodiversitätsmonitoring und für Berichtspflichten und
- FLOW - Monitoring kleiner Fließgewässer – gemeinsam Wissen schaffen
2026 gestartet - BK-DE – Entwicklung eines aggregierten Kennwertes oder mehrerer Kennwerte für den Status der Biodiversität in Deutschland
Geplanter Start 2028
- EnDiLand – Enchyträengemeinschaften unter Landnutzungsdruck
Förderaufruf „Zukunftsfähiges Biodiversitätsmonitoring“
Mit dem Förderaufruf „Zukunftsfähiges Biodiversitätsmonitoring“ unterstützt das Monitoringzentrum in den kommenden Jahren Projekte, die das bundesweite Biodiversitätsmonitoring voranbringen. Im Fokus stehen neue Methoden, digitale Werkzeuge und mehr Beteiligung von Bevölkerung und Ehrenamt.
Förderschwerpunkte
Die grundlegende inhaltliche Ausrichtung der gesuchten Projekte ist im Folgenden zusammengefasst. Detaillierte Informationen finden Sie im Dokument „Erläuterungen zu den Förderkriterien“.
Förderschwerpunkte auf einen Blick
Die drei thematischen Schwerpunkte für die Förderprojekte sind:
Dieser Förderschwerpunkt zielt darauf ab, neue oder weiterentwickelte Technologien und Methoden zu operationalisieren, das heißt in bestehende Monitoringprozesse zu integrieren und schließlich zu etablieren. Innovative Technologien und Methoden spielen für die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings eine wichtige Rolle. Ihre erfolgreiche Integration in bestehende Monitoringprozesse trägt zur Erhöhung von Effizienz, Genauigkeit, Objektivität und Skalierbarkeit bei. Dies erfordert unter anderem die Entwicklung von Standards und Richtlinien, eine enge inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit sowie den gezielten Aufbau von personellen, fachlichen und technischen Kapazitäten.
Gefördert werden Projekte, in denen innovative Technologien und Methoden für das bundesweite Biodiversitätsmonitoring in diesem Sinne angewendet werden.
Dieser Förderschwerpunkt richtet sich an Projekte, die das Engagement von Ehrenamtlichen und Citizen Scientists im Bereich des Biodiversitätsmonitorings stärken und langfristig in nationale Monitoringaktivitäten integrieren. Gefördert werden insbesondere Vorhaben mit bundesweiter Relevanz, die thematische beziehungsweise räumliche Lücken/Fragestellungen im bestehenden Monitoring adressieren, oder eine repräsentative Abdeckung von einzelnen oder mehreren Lebensräumen bieten. Besondere Bedeutung kommt der Förderung von Freiwilligen und dem langfristigen Kapazitätsaufbau zu. Die gute Qualität der gesammelten Daten soll durch geeignete Maßnahmen wie Schulungen und Bestimmungshilfen gewährleistet werden. Die Projekte sollen ein Netzwerk von Fachleuten und Organisationen aufbauen und langfristige Perspektiven wie Nachhaltigkeit und Interoperabilität berücksichtigen. Eine wichtige Rolle spielt die Öffentlichkeitsarbeit, die dazu beiträgt, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken. Der Fokus des Förderschwerpunktes liegt auf der Professionalisierung, Anerkennung und Langfristigkeit der Integration von Ehrenamt und Citizen Science im Biodiversitätsmonitoring.
Ziel dieses Förderschwerpunkts ist die Verbesserung der strukturierten, interoperablen und nachhaltigen Nutzung von Biodiversitätsdaten in Deutschland. Gefördert werden Projekte, die bestehende Lösungen/Technologien sinnvoll integrieren und weiterentwickeln sowie standardisierte, idealerweise maschinenlesbare Metadatenmodelle und einheitliche Datenstrukturen anwenden oder etablieren. Ein zentrales Anliegen ist die Optimierung des Datenaustauschs zwischen relevanten Beteiligten und Verwaltungsebenen - sowohl horizontal zwischen den Beteiligten (transdisziplinär) als auch vertikal zwischen Bund, Ländern und weiteren Verwaltungseinheiten. Dabei sollen auch rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen beleuchtet und praxistaugliche Lösungen zur Datenfreigabe und Governance erarbeitet beziehungsweise illustriert werden. Zusätzlich werden Ansätze zur langfristigen Implementierung und Verstetigung von Dateninfrastrukturen unterstützt.
Im Kontext der langfristigen Entwicklung von Monitoringprogrammen kann auch die Mobilisierung historischer oder archivierter Biodiversitätsdaten gefördert werden. Im Vordergrund steht dabei nicht allein die allgemeine Mobilisierung solcher Daten, sondern die gezielte Identifikation von Taxongruppen oder Datentypen, für die eine wissenschaftlich fundierte und methodisch anschlussfähige Integration in bestehende Monitoring- und Bewertungssysteme möglich erscheint.
Gefördert werden Projekte, die dazu beitragen, die Qualität, Vergleichbarkeit und Nutzbarkeit von Biodiversitätsdaten gezielt zu erhöhen. Dadurch soll eine belastbare Grundlage für die Koordination, Bewertung und Steuerung von Monitoringaktivitäten sowie den Datenaustausch zwischen Akteur*innen in Deutschland geschaffen werden.
Verfahren
Das Antragsverfahren ist zweistufig konzipiert. Bis 12.10.2025 hatten Interessierte die Gelegenheit, ihre Projektideen einzureichen. 16 Vorhaben wurden ausgewählt und zur Einreichung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert. Die ersten Anträge sind bereits beim Monitoringzentrum eingegangen. Es ist geplant, dass bis Ende 2026 ein Großteil der Projekte startet. Sobald die Zuwendungen bewilligt sind, werden wir über die Vorhaben berichten.
Die Wirksamkeit der Förderinstrumente wird regelmäßig evaluiert und die gewonnenen Erkenntnisse für die zukünftige Projektförderung berücksichtigt. Derzeit ist weiterer Förderaufruf geplant, aber noch nicht terminiert. Für diesen Aufruf werden voraussichtlich andere Förderschwerpunkte gesetzt. Eine Fortsetzung der Förderung des gleichen Projektes ist im zweiten Call nicht möglich sein.