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Bundesamt für Naturschutz

Erhebung Monitoringprogramme 2.0

Mit einer bundesweiten Erhebung erweitert das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität die Informationen zu Biodiversitäts-Monitoringprogrammen in Deutschland. Ziel ist es, Programme und ihre Teilprogramme strukturiert im künftigen Portal für das Biodiversitätsmonitoring darzustellen und so einen fundierten Überblick über Monitoringaktivitäten, Methoden und Daten zu schaffen.

Motivation und Anlass der Erhebung

Eine Abfrage zu gewünschten Inhalten des künftigen Biodiversitätsportals des Monitoringzentrums ergab einen deutlichen Bedarf nach einem strukturierten Überblick über bundesweite Monitoringprogramme zur Biodiversität und deren Daten. Mit der aktuellen Erhebung möchten wir die auf der Webseite des NMZB bereits verfügbaren Programmsteckbriefe fachlich vertiefen, weiterentwickeln und ergänzen.

Strukturierung der Programminformationen

Um Programminformationen künftig gezielt und strukturiert im Portal auffindbar zu machen und gleichzeitig der bestehenden Strukturvielfalt gerecht zu werden, richtet die aktuelle Erhebung den Fokus zusätzlich auf die Ebene der Teilprogramme bundesweite Monitoringprogramme.

Basierend darauf soll für jedes Teilprogramm ein eigener Steckbrief im zukünftigen Portal veröffentlicht werden. Dadurch erhöhen wir den Detailgrad und die Informationstiefe deutlich und schaffen einen konkreten Mehrwert. Im ersten Schritt konzentrieren wir uns bewusst auf Monitoringprogramme mit bundesweiter Repräsentativität.

Was ist ein Teilprogramm?

Ein Teilprogramm (auch Unterprogramm, Baustein oder Modul) ist eine eigenständige oder thematisch abgegrenzte Einheit innerhalb eines Monitoringprogramms. Teilprogramme können sich inhaltlich, methodisch, geographisch oder organisatorisch unterscheiden und dienen der gezielten Erfassung spezifischer Aspekte der biologischen Vielfalt. 

Hauptunterscheidungsmerkmale sind zumeist der Erhebungsfokus (Was erfasst wird?) und die Methodik (Wie wird erfasst?). 

Rein organisatorische Unterschiede zwischen Bundesländern – etwa hinsichtlich zuständiger Personen – führen in der Regel nicht zu einer separaten Erfassung als Teilprogramm. Sofern Methodik und zentrale Erhebungsparameter vergleichbar sind, ist grundsätzlich keine zusätzliche Auflösung auf Länderebene vorgesehen. Ausnahmen sind jedoch möglich, wenn Teilprogramme fachlich oder methodisch klar voneinander abgegrenzt sind.

Beispiele

Unterschiedliche Beispiele für die Einteilung von Teilprogrammen:

Teilprogramme der Wasserrahmenrichtline differenziert nach Habitat und Artengruppe:

  • Fließgewässer – Phytoplankton
  • Fließgewässer – Makrozoobenthos
  • Fließgewässer – Fischfauna
  • Seen – Phytoplankton
  • Seen – Makrozoobenthos
  • Seen – Fischfauna
  • Küstengewässer – Phytoplankton
  • Küstengewässer – Makrozoobenthos
  • Übergangsgewässer – Fischfauna
  • etc.
     

Teilprogramme der Bodendauerbeobachtung differenziert nach Ländern, Artengruppen oder Parametern: 

  • Bayern - Regenwürmer LfL
  • Bayern - Regenwürmer LfU
  • Bayern - Vegetation
  • Brandenburg - Mikrobiologie
  • Brandenburg - Regenwürmer
  • Niedersachsen - Bodenfauna
  • Niedersachsen - Mikrobiologie
  • Niedersachsen - Vegetation
  • NRW - Bodenfauna
  • NRW - Bodenmikrobiologie
  • Thüringen - Bodenbiologie TLL
  • Thüringen - Pflanzenertrag TLL
  • Thüringen – Regenwürmer
  • etc.

Teilprogramme des Programms "Monitoring auf Flächen des Nationalen Naturerbes" differenziert nach Artengruppe, Habitat, Methode:

  • Tagfaltermonitoring
  • Brutvogelmonitoring Basismodul I – häufige Brutvögel
  • Brutvogelmonitoring Basismodul II – seltene Brutvögel
  • Waldmonitoring
  • Fotomonitoring

Methodische Hinweise zur vorläufigen Einteilung

Die vorläufige Einteilung in Teilprogramme basiert auf einer vorangegangenen Bestandserhebung (Schreibtischstudie) zu bundesweiten Monitoringprogrammen. Aufgrund der heterogenen Strukturen und Weiterentwicklungen vieler Programme war es häufig nicht möglich, ein gesamtes Programm einheitlich in einem einzigen Datensatz abzubilden. Daher wurden Programme bei Bedarf in Teilprogramme gegliedert. Die Bezeichnungen und Einteilungen orientieren sich überwiegend an denen der Monitoringbetreibenden. Teilweise wurden sie jedoch vereinheitlicht oder ergänzt, sodass zentrale definierende Merkmale der Teilprogramme in den Bezeichnungen sichtbar werden.

Definition bundesweit repräsentativ

„Als bundesweit repräsentativ gelten Monitoringprogramme anhand derer sich Aussagen treffen lassen, die für das gesamte Bundesgebiet aussagekräftig sind. Für weit verbreitete Beobachtungsobjekte (Arten, Habitaten und so weiter) bedeutet das, dass die Datenerhebung auf repräsentativen Aufnahmen basiert, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Bundesweite Repräsentativität kann auch dadurch erreicht werden, dass lokal oder regional begrenzte Prozesse beobachtet werden, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit oder Seltenheit Rückschlüsse auf das gesamte Bundesgebiet erlauben. In solchen Fällen ermöglicht bereits ein lokaler oder regionaler Fokus valide Aussagen auf nationaler Ebene.“

Produkt-Vision: Monitoringsteckbriefe im Portal

Das Portal bietet eine strukturierte Übersicht bundesweiter Biodiversitäts-Monitoringprogramme in Form von Steckbriefen und ermöglicht über differenzierte Filter- und Suchfunktionen eine gezielte Recherche nach relevanten Programmen und ihren Details – etwa Organismengruppen, Methoden, Datenquellen, Berichtspflichten oder beteiligten Akteur*innen.
Ergebnisse und Suchanfragen werden in den Kontext eingeordnet und mit weiteren Inhalten des Portals verknüpft, darunter zum Beispiel aggregierte Programmauswertungen, Methodenübersichten, Profile von Akteur*innen, Datenflüsse sowie Hinweise auf Veranstaltungen und Mitmachmöglichkeiten. Interaktive Karten, Dashboards und eine Login-Funktion für Programm-Verantwortliche erweitern das Angebot Schritt für Schritt. So entsteht ein zentraler Wissenshub für Wissenschaft, Politik und Praxis, der Orientierung in der Monitoringlandschaft schafft, Lücken und Überschneidungen sichtbar macht, Synergien aufzeigt und Kooperationen fördert. Das Portal leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings in Deutschland.

Erhebungstool: Aufbau und Vorgehen

Zur strukturierten Erfassung der Monitoringprogramme wird über unseren Auftragnehmenden, die Firma JaMoin GmbH, ein Erfassungstool realisiert. 

Aufbau der Erhebung

Zunächst werden Basisinformationen zum übergeordneten Monitoringprogramm und ihrer Teilprogramme erfasst, wie Struktur, Kurzbeschreibung, Kontaktstellen und aktueller Status. Anschließend folgen – je nach Aufbau des Programms – Detailangaben zu einzelnen Teilprogrammen oder zum Gesamtprogramm. Erhoben werden unter anderem:

  • Block A: Basisinformationen Hauptprogramm
  • Block B: Basisinformationen Teilprogramm
  • Block C: Detailinformationen, wie beteiligte Organisationen, Laufzeit, Erhebungszyklus, Stichprobenkulisse, geografische Reichweite etc.
  • Block D: Bereitstellung von Geodaten der Stichprobenkulisse
  • Block E: Monitoringobjekte (Artengruppen und/oder Habitate), Mess- und Bewertungsgrößen, Erhebungsintervalle und Methodik
  • Block F: Datenzugänglichkeit, Veröffentlichungen, Mitmachmöglichkeiten, Feedback etc.

Ablauf der Erhebung

Die koordinierende Person eines Monitoringprogramms erhält zunächst mit Start der Erhebung eine automatisierte Einladungsmail. Gehen Sie wie folgt vor: 

  1. Basisinformationen ausfüllen: Tragen Sie zunächst die Angaben zum übergeordneten Monitoringprogramm ein.
  2. Teilprogramme prüfen: Prüfen Sie die vorab angelegten Teilprogramme auf Richtigkeit und passen Sie diese bei Bedarf an oder ergänzen Sie fehlende Programme. Nach Rücksprache können wir auch die Anpassungen für Sie vornehmen.
  3. Auswahl Teilprogramm für Test: Wählen Sie für den Test mindestens ein Teilprogramm aus (sofern Ihr Programm entsprechend gegliedert ist). Es ist nicht erforderlich, alle Informationen für alle Teilprogramme auszufüllen. Das Erfassungsschema ist für jedes Teilprogramm identisch.
  4. Weitere Bearbeitung festlegen: Entscheiden Sie, wie die Angaben zu den Teilprogrammen bearbeitet werden sollen.
    1. Sie können die Informationen selbst eintragen (vollständig oder teilweise) oder
    2. die Bearbeitung an die jeweils verantwortliche Person des Teilprogramms weiterleiten. Die verantwortliche Person eines Teilprogramms erhält in diesem Fall einen Einladungslink per E-Mail, über den sie die Angaben zum Teilprogramm eintragen kann. Das konkrete Vorgehen finden Sie im Tool unter „Anleitung und Erläuterung“.

Der Fokus der Erhebung liegt auf laufenden bundesweiten Monitoringprogrammen. Zusätzlich können auch beendete Programme sowie Programme in Erprobung oder Entwicklung erfasst werden. Für Programme in Entwicklung oder Erprobung sollte der geplante Stand dargestellt werden. 

Allgemeine Hinweise zum Test 

Der Test findet in einem Prototyp des Erhebungstools statt. Einzelne Fragen, Funktionen oder Darstellungen können sich bis zum finalen Stand noch ändern. Im Fokus des Tests stehen aktuell die Prüfung des Workflows (insbesondere das Weiterleiten an weitere verantwortliche Personen) sowie des Inhalts. Dazu zählen Verständlichkeit, logische Struktur, Detailtiefe und grundsätzliche Machbarkeit und Handhabbarkeit.

Bitte füllen Sie die Informationen zum ihrem Teilprogramm testweise aus. Eine vollständige inhaltliche Befüllung ist nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist Ihre Einschätzung, ob die Fragen zutreffend und handhabbar sind. Die im Rahmen des Tests eingegebenen Inhalte können auf Wunsch für die offizielle Erhebung im System übernommen und weiterverwendet werden.

Insbesondere bitten wir Sie um Ihre Einschätzung zu folgenden Punkten:

  • Ist die Detailtiefe aus Ihrer Sicht angemessen für die strukturierte Beschreibung eines Monitoringprogramms?
  • Ist die Logik und Struktur der Abfrage für Sie nachvollziehbar?
  • Welche Fragen sind unklar, zu komplex oder zu allgemein formuliert?
  • Fehlen aus Ihrer Sicht relevante Inhalte (aktuell oder perspektivisch)?
  • Wie hoch schätzen Sie die Bearbeitungszeit für den kompletten Fragebogen ein?

Am Ende der Umfrage steht ein Feld für offenes Feedback zur Verfügung, in dem Sie gern alle Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge eintragen können.

Bitte beachten Sie bei der Durchführung:

  • Nutzen Sie insbesondere die Hinweise im Fragebogen (Infopunkte und Hilfstexte). Zusätzlich finden sie unter dem blauen Button „Anleitung und Erläuterung“ weitere unterstützende Ausfüllhinweise.
  • Jede Person, die Zugang zum Link der Erhebung hat, kann Daten einsehen und bearbeiten. Behandeln Sie den Link daher vertraulich.
  • Alle Eingaben im Fragebogen werden automatisch abgespeichert. Sie können den Webbrowser nach der Eingabe schließen und später an einer beliebigen Stelle weiterbearbeiten.
  • Achten Sie insbesondere auf die Hinweise und Hilfestellungen im Fragebogen (Infopunkte und Hilfstexte). Zusätzlich finden sie unter dem blauen Button „Anleitung und Erläuterung“ oben weitere unterstützende Ausfüllhinweise.
  • Bitte vermeiden Sie, dass mehrere Personen gleichzeitig dasselbe Haupt- oder Teilprogramm bearbeiten. Dies kann zu Konflikten beim automatischen Speichern führen.
  • Der Aufwand bei der Ersterhebung kann derzeit noch relativ hoch erscheinen. In der späteren Portalversion sollen die vorhandenen Angaben nur noch jährlich durch die Programmverantwortlichen aktualisiert werden.

Zeitplan

  • April/Mai 2026: Test des Erhebungstools
  • Mai 2026: Validierung und Anpassung des Erhebungstools
  • 19. Mai 2026: Offizielle Vorstellung des Erhebungstools und FAQ im Rahmen der 2. Kooperationswerkstatt für Verantwortliche der Monitoringprogramme
  • Juni – September 2026: Offizielle Erhebung
  • September/Oktober 2026: Plausibilisierung, Validierung und Anpassung der Informationen für das Basissystem des Portals (Steckbriefe)
  • November/Dezember 2026: Test und Optimierung der Steckbriefe im Prototyp des Portals
  • 1. Quartal 2027: Launch des Portals und kontinuierliche Ergänzung von Inhalten
  • 2. Quartal 2027: Start der Umsetzung eines Log-in-Bereichs für die Monitoringprogramme (Steckbriefe) im Portal
  • ab Ende 2027: Aktualisierung der Steckbriefinformationen der Monitoringprogramme (über den Log-in-Bereich im Portal) sowie Prüfung möglicher Automatisierungslösungen in den Ausbaustufen

Kontakt

Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität
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