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Bundesamt für Naturschutz

Portal

Überblick schaffen, Zugang erleichtern, Beteiligung ermöglichen – das ist die Aufgabe des neuen Portals für Biodiversität und Monitoring in Deutschland. Es macht Informationen und Wissen sichtbar und fördert den Austausch für den Erhalt der Biodiversität.

Die Einheit des Wissens

"Wir ertrinken in Information und dürsten nach Einsicht. Die Welt der Zukunft wird von Synthetisierern beherrscht werden, von Menschen, die in der Lage sind, sich die richtige Information zur richtigen Zeit und mit den richtigen Mitteln zu beschaffen, sie kritisch zu überdenken und dann einsichtige Entscheidungen zu treffen." Wilson, E. O. (1998): Die Einheit des Wissens. In Übersetzung von Yvonne Badal.

Orientierung in einer vielfältigen Monitoringlandschaft

Das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland ist vielfältig und verteilt sich auf zahlreiche Programme, Akteur*innen und Themenfelder. Das Portal schafft einen Überblick über diese Vielfalt. Es stellt Zusammenhänge her, ordnet Informationen ein und erleichtert den Zugang zu Wissen rund um das Biodiversitätsmonitoring. Über das Portal zeigt das Monitoringzentrum, welche Aspekte der Biodiversität erfasst werden, wer daran beteiligt ist und wie die gewonnenen Erkenntnisse zur Bewertung und zum Schutz der Biodiversität beitragen. 

Bis Ende 2026 wird die Grundlage für das Portal geschaffen – einschließlich zentraler Inhalte, Kernfunktionen und einer ersten nutzbaren Systemversion. Darauf aufbauend wird das Portal ab 2027 schrittweise erweitert und öffentlich verfügbar gemacht.

Orientierung schafft Verständnis

Zu Beginn hilft das Portal vor allem dabei, das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland besser zu verstehen. Das Portal beantwortet zentrale Fragen, vernetzt Informationen und Akteur*innen und macht Wissen über Biodiversität und Monitoring verständlich zugänglich.
 

Das Portal bietet einen Überblick über die Strukturen, Akteur*innen und Aktivitäten des Biodiversitätsmonitorings in Deutschland.

Im Mittelpunkt stehen Antworten auf folgende Fragen, wie etwa:

  • Wer steuert und koordiniert die verschiedenen Programme?
  • Welche Akteur*innen sind beteiligt?
  • Welche Aspekte der Biodiversität werden erfasst?
  • Wo finden Monitoringaktivitäten statt?
  • Welche Ergebnisse liegen vor und wie werden sie genutzt?
  • Welche Entwicklungen prägen das Biodiversitätsmonitoring auf Bundesebene?

So entsteht ein verständliches Gesamtbild der Monitoringlandschaft und ihrer Zusammenhänge.

Neben Informationen zum Monitoring selbst bietet das Portal einen Zugang zum aktuellen Wissensstand über Zustand und Entwicklung der Biodiversität in Deutschland.

Dazu gehören unter anderem:

  • verständliche Einordnungen zentraler Entwicklungen,
  • ausgewählte Biodiversitätsindikatoren und ihre Bedeutung,
  • Hintergrundinformationen zu Methoden und Datengrundlagen,
  • anschauliche digitale „Stories“, die zeigen, wie aus Beobachtungen und Monitoringdaten belastbare Erkenntnisse entstehen.

So werden komplexe Informationen verständlich aufbereitet und Erkenntnisse aus dem Monitoring zugänglich gemacht.

Das Portal stellt Inhalte modular bereit und kombiniert sie je nach Kontext zu thematisch passenden Informationsangeboten.

Wie auf einer Wissenslandkarte können Nutzende über unterschiedliche Einstiege – beispielsweise über ein Thema, eine Artengruppe, einen Lebensraum, ein Monitoringprogramm oder eine Institution – in das Portal eintauchen. Von dort aus erschließen sich weitere relevante Informationen, Daten, Indikatoren, Veranstaltungen und Akteur*innen.

Die einzelnen Inhalte funktionieren dabei wie Teile eines großen Puzzles: Jedes Teil liefert eigene Informationen, erst ihre Verknüpfung ermöglicht jedoch ein umfassendes Verständnis der Biodiversitätsmonitoring-Landschaft.

Dadurch werden fachliche Zusammenhänge sichtbar und nachvollziehbarer, Informationen leichter auffindbar und unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Thema möglich.

Das Portal unterstützt den Austausch innerhalb der Monitoringgemeinschaft und schafft Sichtbarkeit für Aktivitäten, Akteur*innen und aktuelle Entwicklungen. Geplant sind Angebote, die Vernetzung erleichtern, aktuelle Entwicklungen sichtbar machen und die Zusammenarbeit fördern, beispielsweise:

  • Steckbriefe von Monitoringprogrammen, Projekten und beteiligten Akteur*innen,
  • Übersichten zu relevanten Initiativen und Portalen,
  • Veranstaltungshinweise und Kalenderfunktionen,
  • aktuelle Meldungen und Entwicklungen aus dem Biodiversitätsmonitoring.

So entsteht ein zentraler Anlaufpunkt für Information, Austausch und Community Building im Biodiversitätsmonitoring.

Mehr als ein weiteres Portal – wie das Portal Mehrwert schafft

Das Portal verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Daten- oder Fachportale. Warum das so ist, welche Rolle das Portal übernimmt und welche Grundgedanken seine Entwicklung prägen, beantworten die folgenden Punkte.

Warum braucht es noch ein Portal? 

Das Portal ergänzt bestehende Daten- und Informationsangebote, anstatt sie zu ersetzen. Es schafft jedoch keinen weiteren isolierten Datenraum und sammelt keine Biodiversitätsdaten, sondern dient als zentrale Orientierungs-, Vernetzungs- und Kommunikationsplattform für das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland.

Das Portal bietet einen zentralen Überblick über das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland. Indem es Programme, Akteur*innen, Methoden und Datenflüsse sichtbar macht, ermöglicht es übergreifende Darstellungen und Aussagen zur Monitoringlandschaft. Zugleich verweist es auf weiterführende Informationen und Daten. So werden bestehende Angebote leichter gefunden, eingeordnet und genutzt.

Der Aufbau des Portals ist im Grobkonzept des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität (2021) sowie in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 verankert. Eine Bedarfsabfrage innerhalb der Monitoringgemeinschaft hat den Bedarf an einer solchen Plattform zusätzlich bestätigt.

Werden alle Biodiversitätsdaten zentral gesammelt? 

Das Portal ist KEIN klassisches Datenportal und keine zentrale Datenplattform für Biodiversitätsdaten. Es dient nicht der Zusammenführung bestehender Datenbestände und speichert keine bereits an anderer Stelle vorliegenden Biodiversitätsdaten.

Stattdessen macht das Portal bestehende Monitoringaktivitäten sichtbarer, ordnet sie fachlich ein und erleichtert den Zugang zu relevanten Informationen für Fachwelt, Praxis, Verwaltung, Politik und interessierte Öffentlichkeit. Das Portal folgt dem Prinzip der dezentralen Datenhaltung.
Das Portal soll Nutzenden Orientierung bieten und als Wegweiser dienen: Nutzende erfahren, welche Daten und Informationen wo verfügbar sind, wer sie erhebt und für welche Fragestellungen sie genutzt werden können. Hierfür werden bestehende Monitoringprogramme und Informationsangebote beschrieben, verknüpft und kontextualisiert. Wo sinnvoll, können Informationen künftig über Schnittstellen oder Verlinkungen eingebunden, ohne die zugrundeliegenden Datenbestände selbst vorzuhalten.

Der Fokus liegt auf der Auffindbarkeit, Einordnung und Nutzbarmachung bestehender Informationen.

Warum baut ihr ein neues Portal auf, wenn es schon viele Datenportale gibt?

Das Biodiversitätsmonitoring verfügt bereits über zahlreiche wertvolle Informationsangebote und Datenquellen. Das Portal schafft zusätzlichen Mehrwert, indem es auf diesen Angeboten aufbaut, sie miteinander verknüpft und fachlich einordnet.

Monitoringprogramme, Informationsportale, Repositorien und weitere Fachangebote werden beschrieben und in einen gemeinsamen Kontext gestellt. So entsteht ein besserer Überblick über die Biodiversitätsmonitoringlandschaft und relevante Informationen werden leichter auffindbar.

Werden bestehende Akteur*innen in die Portalentwicklung eingebunden? 

Das Portal wird von Beginn an gemeinsam mit Akteur*innen des Biodiversitätsmonitorings und der Umweltinformation entwickelt. Fachliche Anforderungen, bestehende Infrastrukturen und Erfahrungen aus der Praxis fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein.

Zu den beteiligten Partnern gehören unter anderem die koordinierenden und datenhaltenden Stellen bundesweiter Monitoringprogramme, das Bundesamt für Naturschutz, das Umweltinformationssystem umwelt.info, das Konsortium NFDI4Biodiversity der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur sowie spezialisierte Einrichtungen wie das Bodenmonitoringzentrum und das Rote-Liste-Zentrum.

Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen zusammenzuführen, bestehende Angebote sinnvoll zu ergänzen und gemeinsam tragfähige Lösungen für das Biodiversitätsmonitoring zu entwickeln.

Warum sollen überhaupt Informationen über Programme, Methoden und Datenflüsse abgebildet werden? 

Belastbare Aussagen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität entstehen häufig erst durch die Zusammenführung von Erkenntnissen aus unterschiedlichen Monitoringprogrammen. Voraussetzung dafür ist Transparenz über Methoden, Zuständigkeiten, Erfassungsansätze und Datenflüsse.

Das Portal schafft diese Transparenz, indem es Monitoringprogramme strukturiert beschreibt, fachlich einordnet und ihre Zusammenhänge sichtbar macht. Dadurch entstehen langfristig bessere Voraussetzungen für Vergleichbarkeit, Abstimmung und die gemeinsame Nutzung von Erkenntnissen über Programm- und Institutionsgrenzen hinweg. Darüber hinaus liefert der Überblick über die Monitoringlandschaft wichtige Erkenntnisse zu bestehenden Lücken und Handlungsbedarfen. Diese bilden eine fundierte Grundlage für Empfehlungen zur Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings.

Warum startet das Portal nicht sofort mit allen Monitoringaktiviäten von der bundesweiten bis zur regionalen Ebene?

Der Aufbau des Portals erfolgt schrittweise und orientiert sich zunächst an den zentralen Anforderungen des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings.

Die erste Ausbaustufe konzentriert sich auf Monitoringprogramme, die belastbare Aussagen über Zustand und Entwicklung der Biodiversität in Deutschland ermöglichen.

Der Fokus liegt damit zunächst auf dem bundesweiten Biodiversitätsmonitoring. Sofern fachlich sinnvoll und verfügbar, werden dabei auch länderspezifische Darstellungen berücksichtigt.

Perspektivisch wird geprüft, in welchen Bereichen eine stärkere Einbindung regionaler und landesspezifischer Monitoringaktivitäten zusätzlichen Mehrwert für die Analysen, die Nutzenden des Portals und die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings bietet. Dabei wird eine Abwägung zwischen fachlichem Nutzen, Datenverfügbarkeit und dem erforderlichen Aufwand vorgenommen.

Ausblick

Das Portal wird kontinuierlich weiterentwickelt – fachlich fundiert und nutzungsorientiert. Gemeinsam mit der Monitoringgemeinschaft aus Forschung, Verwaltung, Praxis und Gesellschaft entsteht ein zentraler Ort für Wissen, Austausch und Zusammenarbeit rund um das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland. Bringen Sie Ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen ein und gestalten Sie das Portal aktiv mit.

Kontakt

Team Portalentwicklung Monitoringzentrum
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