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Bundesamt für Naturschutz

Werkstatt zum Wissenstransfer: Vom Monitoring ins Online-Portal

22.05.2026
Leipzig
Das Online-Portal des Monitoringzentrums soll die zentrale Anlaufstelle für das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland werden. Doch wie gelangen die Informationen über die Monitoringprogramme in das Portal? Zu dieser Frage hat das Zentrum eine zweitägige Kooperationswerkstatt veranstaltet.
Gruppenfoto der Teilnehmenden
29 Teilnehmende kamen nach Leipzig um kollaborativ an ganz konkreten Frage zu arbeiten

Am 19. und 20. Mai 2026 folgten 29 Verantwortliche bundesweiter Programme und Projekte zum Biodiversitätsmonitoring der Einladung des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität nach Leipzig. Dort fand im Bundesamt für Naturschutz die zweite Kooperationswerkstatt „Bundesweites Biodiversitätsmonitoring” statt. Unter dem Motto „Vom Monitoring ins Portal: Gemeinsam Inhalte gestalten” diskutierten die Teilnehmenden praxistaugliche Workflows für die Bereitstellung von Informationen. Zudem entwickelten sie Storytelling-Ideen, um Fachwissen und Ergebnisse aus den Programmen verständlich und anschaulich im Online-Portal des Monitoringzentrums zu vermitteln. Das Portal soll künftig Forschung, Praxis und Öffentlichkeit einen zentralen Überblick über das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland bieten, Orientierung schaffen und den Zugang zu einem stetig wachsenden Wissensfundus erleichtern.

An drei ausgewählten Inhaltsbausteinen des Portals wurde in der Werkstatt gearbeitet:

  • Steckbriefe zu den einzelnen bundesweiten Monitoringprogrammen, einschließlich Erhebungstool 
  • ein Kulissen-Viewer, der die Stichprobenkulissen der bundesweiten Monitoringprogramme zeigt
  • (Data-)Stories, die Wissen und Ergebnisse aus den Programmen auf verständliche Weise vermitteln

Am ersten Tag standen die systematische Erhebung und Bereitstellung von Informationen über die Monitoringprogrammen im Mittelpunkt. Zum einen wurde ein Erhebungstool getestet. Es ähnelt einer Online-Umfrage und dient dazu, alle Informationen für die Darstellung der Programme in den Steckbriefen auf dem Portal einheitlich und effizient zu erfassen. Das gesammelte Feedback aus der Werkstatt fließt nun in die Weiterentwicklung des Tools und der zugehörigen Ausfüllhilfe ein. Die offizielle Erhebung der bundesweiten Monitoringprogramme ist Mitte 2026 geplant, dann wird der Zugang zum Tool an die Verantwortlichen der bundesweiten Monitoringprogramme gesendet. 

Zum anderen wurde das Format eines Kulissenviewers diskutiert. Dieser soll künftig einen räumlichen Überblick geben, wo in Deutschland welches Monitoring durchgeführt wird. Dabei gilt es einiges zu beachten: Sind zu detaillierte Informationen öffentlich zugänglich, könnte es an den Orten zu Manipulationen oder Störungen kommen, die den Schutz besonders bedrohter Arten, die Integrität der Standorte oder die eingesetzte Monitoringausrüstung gefährden. Bleiben die Informationen zu unspezifisch, bietet der Viewer jedoch wenig Mehrwert. Die meisten Teilnehmenden signalisierten ihre Bereitschaft, Daten für einen Viewer beizutragen, wenn die Entscheidung, in welchem Detailgrad die Informationen zugängliche sein werden, den Verantwortlichen der Programme überlassen bleibt und die Datennutzung klar geregelt ist. 

Eine zentrale Botschaft zog sich durch das Programm des ersten Tages. Die Steckbriefe und der Kulissenviewer sind ein wichtiger erster Schritt für ein integriertes Monitoring in Deutschland: Die einheitlich strukturierte Abbildung der Monitoringprogramme schafft Transparenz und es entsteht ein Gesamtbild des Biodiversitätsmonitorings, das es so bislang nicht gibt. 

Am zweiten Tag lag der Fokus auf der verständlichen Vermittlung von Erkenntnissen aus Monitoringprojekten. Dafür wurde das Format der „Stories“ vorgestellt. Über Stories werden Informationen und Daten in eine nachvollziehbare Erzählstruktur mit klarer Dramaturgie und Storyline eingebettet. Sie zeichnen sich durch anschauliche Visualisierungen, interaktive oder multimedialen Elemente aus. Gemeinsam wurden anschließend Ideen für konkrete Stories aus den vier Leuchtturmprojekten des Monitoringzentrums erarbeitet, die in der Anfangsphase auf dem Portal publiziert werden sollen. Sie werden nun in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet. Anhand der Erarbeitung dieser ersten vier Stories soll gleichzeitig ein effizienter Prozess für die Erstellung solcher Inhalte entwickelt werden. Im Online-Portal sollen sukzessive weitere Stories veröffentlicht werden, die die vielfältigen Themen und Perspektiven des Biodiversitätsmonitorings sichtbar machen.

Die Entwicklung des Online-Portals ist eine der zentralen Aufgaben des Monitoringzentrums. Die Monitoringgemeinschaft, die sowohl Inhalte bereitstellt als auch nutzt, wird regelmäßig in den Entstehungsprozess einbezogen. Aktuell erstellt das Monitoringzentrum das Basissystem des Portals. Bis Ende 2026 soll eine Betaversion verfügbar sein. Der Launch der Basisversion ist für 2027 angekündigt, weitere Ausbaustufen sind in den kommenden Jahren geplant. 

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