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Bundesamt für Naturschutz

4. Forum Anwendung und Forschung im Dialog

Forum
Das vierte Forum stand unter dem Motto "Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings" und fand am 6. und 7. November 2025 im Mediencampus Villa Ida in Leipzig statt.
Datum, Uhrzeit
06.11.2025 (Do.) 12:00 Uhr
 
07.11.2025 (Fr.) 14:00 Uhr
Veranstaltungsort
Mediencampus Villa Ida - Leipzig
Veranstalter*in
Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität
Zielgruppe
Fachleute und Aktive aus Verbänden, Forschung und Behörden, die am und mit dem bundesweiten Biodiversitätsmonitoring arbeiten (Teilnahme auf Einladung/Anfrage)
Veranstaltungssprache
Deutsch

Über 80 Fachleute aus Forschung, Verwaltung, Fachgesellschaften, Museen und Ehrenamt diskutierten bei der Veranstaltung über die kurz- und mittelfristigen Ziele für das deutschlandweite Biodiversitätsmonitoring. 

Ein Gesamtkonzept für das bundesweite Biodiversitätsmonitoring zu erarbeiten, ist eine zentrale Aufgabe des Monitoringzentrums. Es soll den Weg aufzeigen, wie aufbauend auf bestehenden Monitoringprogrammen, Synergien genutzt und Lücken geschlossen werden können, sodass ein systematisch aufgebautes und effizientes Monitoring für ganz Deutschland entsteht. Nachdem das Monitoringzentrum in der Vergangenheit bereits langfristige übergeordnete Ziele mit der Monitoringgemeinschaft erarbeitet und mit seinen Gremien verabschiedet hat, standen bei diesem Forum die Ziele im Mittelpunkt, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. 

Perspektiven auf die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings

Das Forum startete mit Impulsen aus Politik, Forschung und dem Monitoringzentrum zum bundesweiten Biodiversitätsmonitoring. Dabei wurde wiederholt geäußert, wie wichtig umfassende Monitoringdaten sind, um Veränderungen und den Rückgang der Biodiversität aufzuzeigen und zu verstehen. Dafür brauche es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft, betonte Dr. Thomas Meier, Leiter des Referats Biodiversität und Naturschutz, Agrarumweltmaßnahmen im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, in seiner Videobotschaft: 

„Das Monitoringzentrum kann hier Brücken bauen zwischen Praxis und Wissenschaft, zwischen Regionalinitiativen und nationaler Koordination. Es kann helfen, dass die Daten, die in den Betrieben und in der Fläche entstehen, Teil eines größeren Ganzen werden; eines Systems, das nicht nur dokumentiert, sondern auch Lösungen aufzeigt“. 

Antonia Ortmann aus der Abteilung Allgemeine und grundsätzliche Angelegenheiten des Naturschutzes im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit legte dar, dass der Bedarf an Monitoringdaten angesichts aktueller Programme und Verordnungen, wie dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz und der Wiederherstellungsverordnung, aktuell wächst. Auch sie sprach die ressortübergreifende Zusammenarbeit an und betonte, dass es dabei interoperable Daten und einheitliche Erhebungsprotokolle und gegebenenfalls Flächenkulissen brauche, um Synergien zu nutzen. Nicht zuletzt würdigte sie die unverzichtbare Rolle von Ehrenamt und Citizen Science und sprach sich für eine dauerhafte Förderung des Monitorings aus, um verlässliche dauerhafte Kooperationsstrukturen aufzubauen.

Helge Bruelheide, Professor für Geobotanik an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, iDiv-Mitglied und Mitherausgeber des „Faktencheck Artenvielfalt“ ging nach einem kurzen Überblick zu Status und Trends der Biodiversität in Deutschland insbesondere auf die Chancen ein, die neue Technologien, wie beispielsweise Fernerkundungen, DNA-Methoden und Bild- und Tonauswertung mit künstlicher Intelligenz für die Weiterentwicklung des Monitorings bieten.

Dr. Lina Weiß, stellvertretende Leiterin des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität, lieferte einen kurzen Überblick über geplante Aktivitäten des Monitoringzentrums im Jahr 2026, die sich insbesondere auf vier Komplexe fokussieren: Das Gesamtkonzept für die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings, die finanzielle Förderung von Monitoringprogrammen und -projekten sowie die Entwicklung eines Online-Portals als zentrale Instrumente für die Monitoring-Community sowie der Veröffentlichung der Magazinreihe Biodiversitätsmonitor als zusätzliche Informationsquelle speziell für die interessierte Öffentlichkeit. Anschließend ordnete sie ein, welche Rolle das 4. Forum für die Erarbeitung des Gesamtkonzeptes haben wird und wie sich die in den Workshops zur Diskussion stehenden Punkte in den bisherigen Prozess einfügen. 

Lebensräume im Fokus

In fünf parallelen Workshops entlang der Lebensräume Siedlungen, Boden, Wald, Binnengewässer und Auen sowie Agrar- und Offenland wurde diskutiert, welche konkreten Schritte kurz- bis mittelfristig für die Weiterentwicklung des Monitoring umgesetzt werden sollen, welche Vorarbeiten und Entwicklungen zu beachten sind und welche Akteur*innen in welcher Rolle beteiligt werden sollten.

Als Ausgangspunkte für die Diskussionen wurden jeweils Ziele vorgestellt, die sich aus den bereits von den Gremien des Monitoringzentrums verabschiedeten übergeordneten Zielen ableiten lassen. Sie wurden im Vorfeld auf Basis rechtlicher, politischer und wissenschaftlicher Rahmenbedingungen sowie der Ergebnisse aus Gremiendiskussionen zusammengeführt und strukturiert. Auf dieser Grundlage sollten die wichtigsten kurz- und mittelfristigen Ziele priorisiert und konkretisiert werden. In allen Workshops wurde erneut der Wunsch betont, Daten zentral zusammenzuführen, um sie langfristig und für verschiedene Stellen nutzbar zu machen. Es wurden aber auch unterschiedliche Herausforderungen in den jeweiligen Lebensräumen deutlich.

Für den Siedlungsraum bestehe eine große Lücke im Monitoring, so das zentrale Ergebnis des Workshops. Bisher gebe es kein stadtspezifisches bundesweites Monitoring, das repräsentative Aussagen über die Biodiversität in Städten zulässt. Die Ausgangslage für den Aufbau und die Durchführung von Monitoring sei aber durch die hohe Bevölkerungsdichte in den Städten sehr günstig, davon können insbesondere Citizen Science, Fachverbände und Bildungsträger profitieren. 

In dem Workshop wurden zwei grundsätzliche Säulen identifiziert: Das Monitoring auf individueller Stadtebene und ein bundesweit repräsentatives Monitoring im Siedlungsraum. 

Auf individueller Stadtebene könne man zum einen auf bestehende Gesetze und Strategien aufsetzen. Es wäre wünschenswert, die ambitionierten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie und des Aktionsplans Natürlicher Klimaschutz mit Monitoringzielen zu untersetzen und entsprechende Fördermittel bereitzustellen. Zudem liegen in Siedlungsräumen häufig bereits Daten vor, die jedoch erschlossen und integriert werden müssen. Verbände und Fachgesellschaften führen mit Citizen Scientists und ehrenamtlichen Expert*innen in vielen Städten regelmäßig Kartierungen durch. Dabei existieren teilweise schon lange Zeitreihen. Auch Baugutachten können eine Datenquelle sein. 

Für den Aufbau eines bundesweit einheitlichen Monitorings im Siedlungsraum schlagen die Workshopteilnehmenden vor, im Rahmen der Widerherstellungsverordnung qualitative Ziele zu ergänzen. Dort seien bislang nur quantitative Ziele für das Stadtgrün hinterlegt, die meist mit Fokus auf Bäume umgesetzt werden. Aber auch eine vielfältige, komplexe Vegetationsstruktur sollte mit qualitativen Biodiversitäts-Indikatoren gefördert werden. Zudem sollten etablierte, typisch urbane Räume wie Brachen als Hotspots der Biodiversität anerkannt und aufgenommen werden.

In den vergangenen Jahren wurde im Fachgremium Bodenbiodiversität des Monitoringzentrums ein strukturierter konzeptioneller Prozess zum Aufbau eines bundesweiten Bodenbiodiversitätsmonitorings initiiert. In 2026 wird das mit den Expert*innen des Gremiums erarbeitete Grundlagenkonzept für ein bundesweit harmonisiertes Bodenbiodiversitätsmonitoring, das das ganze Ökosystem in den Blick nimmt, veröffentlicht. Parallel dazu hat das Thema Bodenbiodiversität auch in politischen Strategien und Verordnungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Sommer 2025 startete die mehrjährige Basiserhebung Bodenbiodiversität „BioDive4Soil“, ein Projekt des Umweltbundesamtes. Die bundesweit angelegte Maßnahme baut u.a. auf den vom Fachgremium Bodenbiodiversität entwickelten Empfehlungen auf. So werden auch neue genetische Methoden und die Erfassung von umfangreichen Begleitparametern, wie die Vegetationsbedeckung des Bodens berücksichtigt. Übergreifend dienen die Untersuchungen der „Basiserhebung Bodenbiodiversität“ dazu, Indikatoren für einen guten ökologischen Bodenzustand zu definieren und zu verfolgen.

Trotz all dieser Fortschritte steht das Bodenbiodiversitätsmonitoring noch am Anfang. Aktuell lasse sich die Frage, was ein gesunder Boden ist, noch nicht beantworten. Daher war ein zentrales Thema des Workshops die Entwicklung von Indikatoren und Bewertungsschemata zu diskutieren, die es braucht, um einen guten biologischen Bodenzustand definieren zu können. Starten solle man dafür mit einfachen Basisindikatoren, wie beispielsweise der Trendentwicklungen von Regenwürmern. Schritt für Schritt können auf dieser Basis komplexeren Indikatoren und Indikatorensets ergänzt werden. So könne ein flexibles und erweiterbares System geschaffen werden, das langfristig Trends, Ursachen und Maßnahmenwirkungen abbilden kann. In den letzten Jahrzehnten gab es dazu auch schon viele Vorarbeiten. Diese Wissensbasis müsse hierfür systematisch aufgearbeitet werden. Dann könne man erkennen, welche dieser Ansätze den aktuellen fachlichen, strategischen und politischen Anforderungen gerecht werden und somit weiterentwickelt und zur Anwendung gebracht werden können. 

Zudem wurden Lücken im aktuellen Monitoring besprochen: In aktuell laufenden Projekten und Monitoringprogrammen finden Moorböden und Stadtböden bislang zu wenig Beachtung. Einige Teilnehmende betonten, dass vertiefende Monitoringmodule zu Ursachen von Veränderungen, Maßnahmenwirksamkeit und Bezügen zu Ökosystemfunktionen und -leistungen künftig eng mit der Indikatorenentwicklung verzahnt sein sollten. Als grundlegendes Anliegen wurde vorgebracht, dass das bundesweite Bodenbiodiversitätsmonitoring derart etabliert werden solle, dass eine Verknüpfung von oberirdischer und unterirdischer Biodiversität möglich ist, denn das sei aktuell noch nicht der Fall.

Eine in vielen Bereichen des Monitorings bekannte Herausforderung ist der Mangel an Artenkenntnis. Aufgrund der geringen Zahl an Expert*innen für viele Bodenorganismengruppen sei dieses Problem in diesem Feld besonders gravierend. Daher appellierten die Teilnehmende dafür, dass die Ausbildung von Artenkenner*innen jetzt starten müsse.

Im Lebensraum Wald gibt es bereits verschiedene Monitoringprogramme, beispielsweise die Bundeswaldinventur und die Waldzustandserhebung. Es fehlen jedoch für die Bewertung der Biodiversität und ihrer Veränderungen noch wesentliche Daten und Informationen auf verschiedenen Ebenen. Mit dem Konzept für ein Nationales Biodiversitätsmonitoring im Wald (NaBioWald), das in Zusammenarbeit von Naturschutz, Forstwirtschaft und Forstwissenschaft unter Federführung des Thünen-Instituts gemeinsam erarbeitet wurde, gibt es nun die fachlichen Voraussetzungen, um diese Wissenslücken zu schließen.

Zentrales Thema für das Monitoring im Wald sind die Ermittlung der natürlichen und menschengemachten Treiber des Biodiversitätswandels, insbesondere des Einflusses des Waldmanagements auf alle Ebenen der Biodiversität von der genetischen Diversität bis hin zu Ökosystemfunktionen. Es wurde sowohl bei der Erarbeitung von NaBioWald als auch von den Worshopteilnehmenden deutlich gemacht, dass Biodiversität und ihre möglichen Treiber gemeinsam erfasst werden müssen, um Zusammenhänge wirklich darstellen und biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftungsoptionen ableiten zu können. Außerdem sei es notwendig, verschiedene Artengruppen in das Monitoring im Wald aufzunehmen und vertiefende Informationen zu Waldstrukturen zu erheben, um Zusammenhänge und Erkenntnisse über Artengruppen hinaus ableiten zu können.

Aktuell fehlt jedoch die Finanzierung für eine bundesweite Umsetzung. Daher war eines der wichtigsten Anliegen der Workshop-Teilnehmenden, dass die Umsetzung von NaBioWald vorangetrieben wird. Synergien mit bestehenden Monitoringprogrammen, wie dem Biodiversitätsmonitoring in Wäldern mit natürlicher Entwicklung und dem Monitoring in Großschutzgebieten in Deutschland seien dabei zu suchen.

Zudem wurde darüber gesprochen, was Praktiker*innen benötigen, um künftig mehr neue Methoden im Monitoring einzusetzen.

Nicht nur die Datenerhebung, sondern auch bessere Bedingungen für die Auswertung wurden diskutiert: Kurz- und mittelfristig sei es besonders wichtig Datenflüsse nicht nur sichtbar, sondern die Daten, die in einzelnen Programmen erhoben werden, auch für weitere Auswertungen nutzbar zu machen. Dabei ging es sowohl darum Formate zu vereinheitlichen als auch eine Infrastruktur für Primärdaten aufzubauen. Diese Fragen werden mit der Einführung neuer Methoden im Monitoring noch wichtiger.

Der Workshop Binnengewässer und Auen hat verschiedene Aktionsfelder diskutiert, dabei haben sich vier Schwerpunkte ergeben: 

Die Mobilisierung und Nutzung vorhandener Daten war auch im Gewässerbereich ein zentrales Anliegen. Konkret ging es dabei um die Daten aus den Monitoringprogrammen nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) für bundesweite Status- und Trendanalysen. Diese Aufgabe schätzten die Teilnehmenden als komplex und langfristig ein. Für einen Kulturwandel hin zum Datenmanagement nach den FAIR-Data-Prinzipien, wonach Daten jeder Zeit auffindbar (Findable), zugänglich (Accessible), interoperabel (Interoperable, das heißt von verschiedensten Softwareprogrammen lesbar) und wiederverwendbar (Reusable) sein sollen, ist gemeinsames Engagement möglichst vieler beteiligter Akteur*innen nötig. Gerade deshalb sei es wichtig, diesen Prozess kurz- bis mittelfristig zu starten. 

Die Ausweitung des Monitorings auf ökologisch wertvolle Lebensräume, die bisher nicht oder nicht ausreichend von offiziellen Monitoringprogrammen (WRRL und FFH-Monitoring) abgedeckt werden, war das zweite Thema. Dabei hatten die Teilnehmenden insbesondere die kleinen Fließgewässer, die kleinen Stillgewässer und die Auenlebensräume im Blick. Gerade das Auenmonitoring erfordere eine integrierte Erfassung aquatischer, semi-aquatischer und terrestrischer Arten und könne daher als Blaupause für ein lebensraumübergreifendes Monitoring dienen, welches geeignet ist, systemische Fragestellungen zu bearbeiten. Für die Ausweitung des Monitorings wurden verschiedene Strategien diskutiert: Es wäre wichtig, ein repräsentatives Messnetzwerk zu erstellen und dafür, wenn möglich, harmonisierte Stichprobenkulissen zu nutzen, auf denen mehrere Lebensräume parallel untersucht werden können. Zugleich sollen Ehrenamts- bzw. Citizen Science-Projekte noch stärker eingebunden bzw. gezielt gefördert werden, um neue Erkenntnisse zum Zustand bisher wenig untersuchter Gewässerlebensräume (wie z.B. kleiner Still- und Fließgewässer) zu gewinnen. Neue Methoden, wie genetische Arterfassung, KI-basierte Bildbestimmung und Fernerkundung sollen die klassischen Erfassungsmethoden ergänzen.

Das offizielle Monitoring lässt bislang nicht nur Lebensräume, sondern auch ganze Artengruppen wie Bakterien, Pilze und das Zooplankton außer Acht. Sie haben jedoch eine zentrale Bedeutung für aquatische Nahrungsketten, Stoffkreisläufe und Ökosystemdienstleistungen. Daher empfahlen die Teilnehmenden sie in die Erfassung aufzunehmen. Genetische und KI-basierte Erfassungs- und Analysemethoden hätten ein großes Potenzial, die Artenvielfalt, genetische Vielfalt sowie die Reaktionen dieser Artengruppen auf multiple Stressoren zu untersuchen und besser zu verstehen. 

Zudem wurde diskutiert, welche Ansätze nötig sind, um die ökologischen Effekte von Wiederherstellungsmaßnahmen an Gewässern systematisch zu evaluieren. Es sollten einheitliche Vorgaben für die Umsetzung des Maßnahmen-Monitorings (vgl. Before-After-Control-Impact-Design) und für die Verwendung von Indikatoren in den verschiedenen Gewässertypen entwickelt werden. Auch in diesem Bereich sei es wichtig, bereits vorhandene und aktuell entstehende Monitoringdaten zu Maßnahmen-Effekten in Flüssen, Bächen, Auen, Seen und kleinen Stillgewässern zentral zusammenzuführen, um zukünftige Maßnahmen evidenzbasiert planen, anpassen und weiterentwickeln zu können.

Das Thema „Einflussgrößen“ wurde im Workshop aus Kapazitätsgründen zurückgestellt. Innerhalb des Workshops entstand spontan eine Gruppe, die das marine Biodiversitätsmonitoring in den Blick nahm.

Im Rahmen des Forums hat kein eigener Workshop für das marine Monitoring stattgefunden. Für die Weiterentwicklung des marinen Biodiversitätsmonitorings wurden im Workshop „Binnengewässer und Auen“ von Expert*innen des Gebietes sechs Handlungsfelder identifiziert:

  • Neue Methoden sind auch im marinen Monitoring als nicht-invasive Verfahren eine sinnvolle Ergänzung. Dazu zählen Technologien wie KI-basierte Bilderkennung oder molekulargenetische Ansätze.
  • Auch im marinen Monitoring gibt es Arten, die künftig erfasst werden sollten. Im Gespräch waren gelatinöses Zooplankton als Teil des Nahrungsnetz-Monitorings und einzellige Organismen. Für eine mögliche Ausweitung auf Einzeller befinden sich derzeit geeignete genetische Verfahren in Entwicklung.
  • Ressourcen sollten synergetisch genutzt werden. Eine bessere Abstimmung zwischen Akteuren – etwa bei der Nutzung kostenintensiver Schiffskapazitäten – kann das Monitoring deutlich effizienter machen. Anzustreben ist die Erhebung möglichst ganzheitlicher Datensätze, die zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmt sind.
  • Datenerfassung und -auswertung sollte aufeinander abgestimmt werden. Einheitliche nationale Datenmodelle tragen maßgeblich dazu bei, die Vergleichbarkeit und Zusammenführung unterschiedlicher Biodiversitätsdaten zu erleichtern.
  • Wissenschaftliche und behördliche Monitoringprogramme und Daten sollten besser vernetzt werden. Zur Erhöhung der Transparenz sollte zudem die verpflichtende Vergabe von DOIs (Digital Object Identifiers) für alle Datensätze eingeführt werden, damit diese eindeutig identifizierbar, dauerhaft auffindbar und zuverlässig zitierfähig sind.
  • Eine verlässliche, langfristige Finanzierung sowie ein solides Qualitätsmanagement für die zentralen bundesweiten Biodiversitätsmonitoringprogramme sahen die Teilnehmenden als entscheidend, um das marine Biodiversitätsmonitoring dauerhaft zu stärken und weiterzuentwickeln.

Im Workshop zur Weiterentwicklung des Monitorings im Agrar- und Offenland wurden zwei Aktionsfelder diskutiert: Das „Monitoring des Erfolgs von biodiversitätsfördernden Maßnahmen“ und die „Auswirkungen von Landnutzung/Bewirtschaftung“.

Um den Erfolg von biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Monitoring zu erfassen, ist es nach Meinung der Teilnehmenden besonders wichtig, dass Indikatoren entwickelt werden, die abbilden können, ob die Ziele von Maßnahmen und Strategien erreicht werden. 
Einen Fokus innerhalb des Aktionsfeldes legte die Gruppe dann auf das Monitoring von Strukturen, wie beispielsweise Ackerrandstreifen oder Hecken, die im Rahmen von Maßnahmen aufgewertet bzw. angelegt wurden. Wichtig sei es dabei, den Ist-Zustand vor der Umsetzung von Maßnahmen zu erfassen und zu dokumentieren, wo und wann welche Maßnahmen umgesetzt wurden. Es gäbe auch bereits Datenquellen, wie das Kleinstrukturenverzeichnis, das Kleinstrukturenmonitoring im Rahmen des Agrarmonitorings MonVia und das Monitoring von Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert, die für diese Fragestellungen besser genutzt werden könnten. In Bezug auf die Auswertung sei zu bedenken, dass es unterschiedliche Verpflichtungen zum Erhalt des Status Quo der umgesetzten Maßnahme gäbe und dass Maßnahmen regionalspezifische eingeordnet werden müssten. Dabei gäbe es durchaus Zielkonflikte zwischen Maßnahmen im Kontext der Landschaft und regionalen Schutzzielen. Beispielsweise können zu viele Hecken als störendes Element beim Schutz von Arten des Offenlandes wirken.

Im Rahmen des Aktionsfeldes „Auswirkungen von Landnutzung/Bewirtschaftung“ haben die Teilnehmenden die „Entwicklung eines umfassenden Satzes an Treiber- und Umweltdaten, mit auf Biodiversitätsdaten abgestimmter räumlicher und zeitlicher Auflösung um komplexe Zusammenhänge zu verstehen“ als wichtigstes Ziel ausgewählt. Um dieses Ziel zu erreichen haben sie vorgeschlagen, intensiv mit den Landwirtschaftsämtern zu kommunizieren. Dort lägen viele relevante Daten vor, jedoch bestünden voraussichtlich Barrieren im Bereich Datenschutz. Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Nutzung der Daten seien daher zu klären. Es wurde auch überlegt, eine Aufwandsentschädigung für Landwirt*innen für die Bereitstellung von Daten vorzusehen. Auf Grundlage einer Gesamtschau auf bereits vorhandene Treiberdaten, sollen dann weitere Umweltdaten zusammengetragen und gegebenenfalls ergänzt werden. Auch der Landschaftskontext und die der aktuellen Nutzung vorausgehende Landnutzung müssen berücksichtigt werden. Das Erkenntnisinteresse hinter der Erstellung eines solchen Datensatzes, sei die Betrachtung großflächiger Trends von Treibern und Biodiversitätsdaten.

Als wichtigstes Aktionsfeld haben die Teilnehmenden ursprünglich die „Zusammenführung der Daten aus verschiedenen Monitoringprogrammen“ ausgewählt. Da es aber ein lebensraumübergreifendes Thema ist, wurde es an dieser Stelle nicht weiter behandelt.

Lebensraumübergreifende Perspektive

Am zweiten Veranstaltungstag rückte die Umsetzung lebensraumübergreifender Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings in den Blick. In drei World Café-Workshops und einem anschließenden Ergebnis-Café wurde identifiziert, welche Maßnahmen, Entwicklungen oder Module aktuell den größten Hebeleffekt für den Fortschritt im Biodiversitätsmonitoring haben. 

Das bundesweite Biodiversitätsmonitoring soll das Verständnis von Ursachen des Biodiversitätswandels verbessern. Dafür ist es wichtig, dass Daten zu Einflussgrößen verfügbar sind. Doch gerade da liegt ein zentrales Problem. Die Teilnehmenden des Workshops beschreiben eine unzureichende, uneinheitliche und oft schlecht organisierte Datenhaltung: Daten aus Monitoringprogrammen werden häufig als exklusives Gut betrachtet, was Datenaustausch und -nutzung behindere. Zudem seien Zuständigkeiten für Biodiversitäts- und Treiberdaten meist getrennt, und Datenschutzauflagen schränken den Zugang weiter ein. Es wurden aber auch große Unterschiede benannt: Während Klima-, Wetter-, Grundwasser- und Fernerkundungsdaten vergleichsweise gut verfügbar seien, bestehen große Lücken bei hochaufgelösten, flächenscharfen Landnutzungsdaten. Besonders kritisch seien fehlende oder schwer zugängliche Informationen zu Pestizidanwendungen, Tierarzneimitteln sowie teilweise zu Lärm, Licht, Luftverschmutzung, Versiegelung und Verkehr. Hinzu kommen fehlende Standards, mangelnde Harmonisierung von Raum- und Zeitbezügen, rechtliche Unsicherheiten bei der Datenbereitstellung und Personalmangel im behördlichen Datenmanagement.

Um diese Probleme anzugehen, schlugen die Workshopteilnehmenden kurz- bis mittelfristige Maßnahmen vor: Als Grundvoraussetzung wurde eine langfristig gesicherte Finanzierung von Projekten und Programmen für Einflussgrößen genannt. Prioritär seien außerdem eine umfassende Bestandsaufnahme vorhandener Programme und Daten, die Nutzung bestehender Systeme und Synergien sowie die Einigung auf Modelle der Wirkungszusammenhänge von Biodiversitätstreibern. Besonders wichtig seien zudem die rechtliche Klärung und Bereitstellung bereits existierender, aber bislang nicht zugänglicher Daten in ausreichender Auflösung. Weitere Schwerpunkte liegen in der Entwicklung gemeinsamer Datenmodelle, der besseren Abstimmung zwischen Behörden, der Etablierung nationaler und international anschlussfähiger Standards sowie der zeitlichen und räumlichen Synchronisierung von Treiber- und Biodiversitätsdaten.

Für die Umsetzung werden klar definierte Rollen verschiedener Akteure als notwendig betrachtet: Die Politik schaffe den rechtlichen Rahmen, während Verwaltungsebenen die Datenerhebung, -koordination und -bereitstellung übernehmen. Das Monitoringzentrum könne als zentraler Wissens- und Koordinationsknoten fungieren. Die Datenerhebung erfolge oft durch Landnutzende, Wirtschaftsakteure und weitere Beteiligte. Hier brauche es wirksame Anreizsysteme, damit Daten bereitgestellt werden. Für die Entwicklung von Standards und die Analyse der Daten wurden vordergründig Wissenschaft und internationale Gremien als verantwortlich gesehen.

Mit dem bundesweiten Biodiversitätsmonitoring soll der Zustand der biologischen Vielfalt erfasst und deren Veränderungen in Raum und Zeit beschrieben werden. In diesem Zusammenhang wurden im Workshop „Trends“ drei Themenfelder bearbeitet: Biodiversität als Basis für Ökosystemleistungen und -funktionen, die Etablierung von regelmäßigen, erweiterten Auswertungen von Monitoringdaten und die Erfassung der Ausbreitung und Wirkungen von Neobiota.

Für das Thema Biodiversität als Basis für Ökosystemleistungen und -funktionen wurden einzelne Ökosystemleistungen von den Teilnehmenden priorisiert. Am höchsten wurden die Leistungen „Bestäubung“ und „Bodenproduktivität“ bewertet. Ebenfalls als relevant angesehen wurden die Klimaanpassungsfähigkeit (bzw. -resilienz) von Ökosystemen sowie die Bereitstellung von sauberem Wasser. Die Teilnehmenden kamen zu dem Schluss, dass im Bereich der prioritären Ökosystemleistungen bereits viel aufgebaut wurde und aktuell entsteht. Für die Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings bedeute dies vor allem eine Bestätigung, dass die derzeitigen Entwicklungen – insbesondere im Bodenmonitoring und im Bestäubermonitoring – wichtige Schritte darstellen, die weiterverfolgt werden müssen.

Für die Etablierung von regelmäßigen, erweiterten Auswertungen von Monitoringdaten zogen die Teilnehmenden das Fazit, dass sich erweiterte Auswertungen grundsätzlich lohnen und neue Einblicke bieten können. Es sei jedoch derzeit unklar, welche Daten in ausreichender Breite und Qualität tatsächlich vorliegen. Als erster Schritt wurde daher empfohlen, Transparenz über existierende Datenquellen herzustellen und systematisch zusammenzutragen, wer was bereits erhebt. Ein ausgewähltes Showcase-Beispiel – etwa auf Basis von WRRL- oder FFH-Daten wie Libellen oder Amphibien – könne demonstrieren, welchen konkreten Mehrwert solche erweiterten Analysen liefern und wie sich ein erhöhter Aufwand fachlich begründen lässt.

Für die Erfassung der Ausbreitung und Wirkungen von Neobiota müsse zunächst eine solide Basis geschaffen werden, indem Vorkommens- und Ausbreitungsdaten aus verschiedenen Zeiträumen und Quellen verfügbar gemacht und systematisch zusammengeführt werden. Viele Fragen zu den ökologischen Auswirkungen von Neobiota seien bislang unbeantwortet und benötigen gezielte Forschung. Verschiebungen innerhalb von Lebensgemeinschaften lassen sich perspektivisch in Veränderungen ökologischer Funktionen übersetzen, sofern funktionale Zusammenhänge bekannt sind oder funktionelle Gruppen mit klarer Ökologie gezielt betrachtet werden. Ein strukturiertes Monitoring, in dem Artgemeinschaften möglichst umfassend erfasst werden, bilde hierfür die Voraussetzung. Zugleich sollen bestehende Monitoringprogramme daraufhin geprüft werden, ob sie bereits Daten liefern, die gemeinsam, gegebenenfalls programmübergreifend für solche Analysen genutzt werden können.

Es wurde deutlich, wie stark die drei Themenfelder miteinander verknüpft sind. Viele der diskutierten Fragen lassen sich nur beantworten, wenn funktionelle Zusammenhänge bekannt sind und Daten aus unterschiedlichen Quellen gemeinsam betrachtet werden. Werden diese Verbindungen genutzt, entsteht ein großes Potenzial für aussagekräftigere Analysen zu Ökosystemleistungen, Biodiversitätsmustern und den Auswirkungen von Neobiota. Das klare Fazit ist deswegen: Ein strukturiertes, möglichst vollständiges Monitoring von Arten und Artengruppen würde eine Vielzahl neuer, spannender Aussagen ermöglichen und sollte perspektivisch eingerichtet werden. Bis dahin solle geprüft werden, welches Potenzial in der Zusammenschau und gemeinsamen Auswertung der Daten aus bestehenden Monitoringprogrammen steckt.

Gemäß dem Beschluss der Gremien des Monitoringzentrums soll die Evaluation der Wirksamkeit von Zielen und Maßnahmen aus Strategien, Förderinstrumenten und Aktionsplänen/-programmen zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ein zentrales Element des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings sein. Die Nationale Biodiversitätsstrategie 2030 (NBS) und der anhängige erste Aktionsplan, die Wiederherstellungsverordnung (W-VO) und der Aktionsplan Natürlicher Klimaschutz (ANK) sind in diesem Sinne Strategien, deren Auswirkungen auf die Biodiversität durch das bundesweite Biodiversitätsmonitoring zukünftig evaluierbar und nachsteuerbar sein sollen. Sie stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Im Rahmen der Erfüllung der Pflichten aus der W-VO sollen Synergien mit ANK und NBS realisiert werden. Es ist zu klären, inwieweit die W-VO ein eigenes neu zu konzipierendes Zielerreichungsmonitoring benötigt oder dies zu einem erheblichen Anteil über Datennutzung vorhandener Monitoringprogramme und berichteter Indikatoren, gegebenenfalls mit zusätzlichen Ergänzungsbausteinen, bereits erfüllt wird. Der Workshop „Zielerreichung“ hat dafür folgende Punkte zu bedenken gegeben: 

Es sei wichtig, das Daten zum Zustand vor der Umsetzung der Maßnahmen erhoben werden und konkrete Referenzzustände und Erfolgskriterien definiert werden. Die Wirkungskontrolle von Maßnahmen müssen Nachsteuerungsprozesse ermöglichen und kontextabhängig wirkende direkte und indirekte Treiber berücksichtigen können, die die Wirksamkeit einer Maßnahme beeinflussen. Die biodiversitätsfördernden Maßnahmen sollen kurz-, mittel- und langfristig auf ihren Erfolg kontrolliert werden und die Daten umfassend, standardisiert und automatisiert erfasst und perspektivisch in einer geeigneten Datenbank zusammengeführt werden. So könne der effiziente Datenfluss von und zwischen lokalen Projektnehmenden, regional und bundesweit agierenden Behörden sowie der Wissenschaft gelingen. Zudem ermögliche die Vernetzung, dass zukünftige Projekte und Maßnahmen effizient auf Vorarbeiten aufsetzen können. 

Eine Herausforderung sei es, Konzepte für das Monitoring zu erstellen, die den Zeitrahmen für kurz-, mittel- und langfristige Erhebungen sowie geeignete regionale bis bundesweite Betrachtungsebenen und deren jeweilige Limitationen berücksichtigen. Zudem fehle bislang eine Finanzierung. Neue Methoden wie Fernerkundung und Automatisierungen können helfen, die Kosten zusätzlicher Datenerhebungen zu verringern.

Im Anschluss an die drei World Café-Workshops kamen die Teilnehmenden im Ergebnis-Café wieder zusammen. Unter dem Motto „Effektivste Hebel im Biodiversitätsmonitoring: Was bringt uns alle weiter? Was können wir gemeinsam tun?“ trugen sie noch einmal zusammen, was nach zwei Tagen Diskussion aus ihrer Sicht mit besonderer Priorität umgesetzt werden muss. Dafür wurden vier konkrete Fragen gestellt:

  • Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein neues Monitoringmodul entwickeln:
  • Für welche Lebensräume oder Taxa wäre dies aus Ihrer Sicht derzeit am dringendsten nötig?
  • Blicken Sie auf bestehende Programme:
  • Welche sollten aus Ihrer Sicht vorrangig erweitert oder skaliert werden, um ihre Wirkung zu erhöhen?
  • Denken Sie an die Nutzung bestehender Daten:
  • Welche Analyse- und Synthesemodule wären aus Ihrer Sicht besonders wichtig, um vorhandene Monitoringprogramme besser zusammenzuführen und auszuwerten?
  • Mit Blick auf die nächsten Jahre:
  • Welche Methoden oder Technologien besitzen aus Ihrer Sicht die größte Hebelwirkung für das bundesweite Biodiversitätsmonitoring

Dabei wurden viele Punkte genannt, die bereits in den Workshops beider Tage festgehalten wurden. Zur ersten Frage wurde beispielsweise die Erfassung von Mikroorganismen und der genetischen Diversität angeführt. Bei den Monitoringprogrammen wurden unter anderen das Monitoring zur Wiederherstellungsverordnung (W-VO), nach Fauna-Flora-Habitat-Richtline (FFH) und nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie das Insektenmonitoring genannt. Letzteres solle nicht nur ausgeweitet, sondern auch mit dem Bodenbiodiversitätsmonitoring verknüpft werden. Unter dem Punkt Analyse und Synthesemodule, gab es neben weiteren Vorschlägen einen sehr konkreten Wunsch: Einen „Kulissenviewer“ – ein Tool, das zeigt, welche Akteur*innen zu welchen Zeitpunkten auf welchen Flächenkulissen welche Erhebungen durchführen. Unter dem Punkt Methoden und Technologien zeichneten sich Positionen ab, dass klassische und neue Methoden sich ergänzen sollten. Dafür solle aktuell an der Anwendbarkeit der neuen Methoden gearbeitet werden.

Was passiert mit den Ergebnissen?

In der Vergangenheit wurden seitens Wissenschaft, Politik und Monitoring-Community bereits eine Vielzahl an Bedarfen, Vorgaben und Zielen für die Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings in Deutschland formuliert. Sie bildeten die Grundlage für die Diskussionen auf dem Forum in Leipzig. Ziel der Veranstaltung war es, herauszuarbeiten, welche kurz- und mittelfristigen Ziele aktuell besondere Priorität haben und mit welchen Maßnahmen und Akteur*innen sie erreicht werden können. Aus der Zusammenschau der Ergebnisse aller Workshops leitet die Zentrale des Monitoringzentrums nun einen Vorschlag für konkrete nächste Schritte für die kommenden fünf Jahre ab. Er wird anschließend den Gremien des Monitoringzentrums vorgelegt. Ist er von den Gremien beschlossen, werden diese konkreten Schritte als Teil des Gesamtkonzepts für das bundesweite Biodiversitätsmonitoring veröffentlicht.

Programm Rückblick

1. Tag – Donnerstag, 06.11.2025

ZeitProgrammpunkt
ab 12:00Ankommen • Registrierung
12:00 - 13:00Austausch beim Mittagsimbiss    
13:00 - 13:10Begrüßung und Eröffnung des Forums
(Moderation: Hanna Gersmann)
13:10 - 14:30

Impulse "Bundesweites Biodiversitätsmonitoring":

Impulse aus Ministerien des Monitoringzentrums: 
Rahmen setzen, Vielfalt sichern: Biodiversitätsmonitoring in Gesetzen und Strategien (A. Ortmann, BMUKN; S. Adler, BMLEH)

Impuls aus der Forschung: 
Kernbotschaften aus dem Faktencheck Artenvielfalt und darüber hinaus (Prof. Dr. Helge Bruelheide, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, iDiv)

Impuls aus der Zentrale des Monitoringzentrums: 
Weiterentwicklung des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings: Ziele gemeinsam gestalten und umsetzen (Dr. Lina Weiß, Zentrale des Monitoringzentrums)

Rückfragen zu den Impulsen aus dem Plenum

14:30 - 15:10Nachmittagspause     
15:10 - 16:10

Ziele-Workshops 1. Teil: Ziele umsetzen – nächste Schritte konkretisieren: 

Parallele Workshops entlang der Lebensräume: 

  1. Binnengewässern und Auen
    (Moderation: Dr. J.v. Gönner, A. Bräuer, Monitoringzentrum; Impuls: J. Koschorreck, UBA)
  2. Agrar- und Offenland 
    (Moderation: Dr. M. Ludwig, Dr. D. Eichenberg, Monitoringzentrum)
  3. Wald 
    (Moderation: Dr. L. Weiß, Monitorinzentrum; F. Kroiher, Thünen-Institut)
  4. Siedlungen 
    (Moderation: Dr. R. Krämer, Monitoringzentrum; Prof. Dr. D. Haase, HU Berlin; Impuls: Dr. L. Lüttgert, BfN)
  5. Boden 
    (Moderation: Dr. C. Lachmann, Monitoringzentrum; Dr. S. Pieper, UBA – Nationales Bodenmonitoringzentrum)

Wir diskutieren gemeinsamen: 

  1. Welche Vorarbeiten und Entwicklungen sind zu beachten?
  2. Welche kurz- bis mittelfristigen Schritte sind erforderlich zur Umsetzung?
  3. Welche Akteur*innen sollten beteiligt werden und welche Rollen sollten diese haben?  
16:10 - 16:40 Nachmittagspause     
16:40 - 17:40    Ziele-Workshops 2. Teil: Ziele umsetzen – nächste Schritte konkretisieren
(Fortführung parallele Workshops entlang der Lebensräume: 1. Binnengewässern und Auen, 2. Agrar- und Offenland, 3. Wald, 4. Siedlungen, 5. Boden) 
17:40 - 18:00Informeller Austausch für Interessierte mit anschließenden Spaziergang zum Restaurant
ab 18:15Gemeinsames Abendessen im La Che 
(vietnamesisches & japanisches Restaurant, Gohliser Str. 25, Leipzig)
(Selbstzahlung)

2. Tag – Freitag, 07.11.2025

ZeitProgrammpunkt
ab 8:00Einlass
08:30 - 08:40Begrüßung
(Moderation: Hanna Gersmann)
08:40 - 09:30Highlights und Denkanstöße aus den Workshops des ersten Tages: 
Ergebnisse in Wort und Bild 
(Moderation, Workshop-Leitungen, Graphic Recording)
09:30 - 09:40Input für World Café: 
Lebensraumübergreifende Ziele des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings umsetzen
(Dr. Christina Lachmann, Zentrale des Monitoringzentrums)
09:45 - 11:00

1. Teil World Café: Lebensraumübergreifende Ziele umsetzen

Rotation durch die ersten zwei Runden der drei World Café Stationen zu den übergeordneten Zielkategorien: 

  1. Ursachen (Moderation: Dr. R. Krämer, Monitoringzentrum)
  2. Trends (Moderation: Dr. D. Eichenberg, Monitoringzentrum)
  3. Zielerreichung (Moderation: Dr. C. Lachmann, Monitoringzentrum; Co-Moderation: C. Hildebrandt, BMUKN, Referat N III 2)

Wir diskutieren gemeinsamen:

  1. Welche Vorarbeiten und Entwicklungen sind zu beachten?
  2. Welche kurz- bis mittelfristigen Schritte sind erforderlich zur Umsetzung?
  3. Welche Akteur*innen sollten beteiligt werden?  Und welche Rollen sollten diese haben?  
11:00 - 11:30Vormittagspause
11:30 - 12:052. Teil World Café: Lebensraumübergreifende Ziele umsetzen
(dritte Runde der drei World Café Stationen)
12:10 - 12:45Ergebniscafé: Effektivste Hebel im Biodiversitätsmonitoring: Was bringt uns alle weiter? Was können wir gemeinsam tun? (gemeinsames Wrap-up)
12:50 - 13:00Zukunft im Blick – Abschluss mit Bildern und Perspektiven
(Moderation: Hanna Gersmann; Resümee in Bildern: Lorna Schütte, Graphic Recording; 
Resümee & Ausblick: Dr. Lina Weiß, Michael Pütsch, Zentrale des Monitoringzentrums)
ab 13:15Gelegenheit für informellen Austausch zwischen den Teilnehmenden
14:00Ende der Veranstaltung

Graphic Recording des vierten Forums

Gezeichnetes Protokoll der Impulsvorträge Vergrößern
Graphic Recording der Impulsvorträge von Antonia Ortmann (BMUKN), Dr. Thomas Meier (BMLEH), Prof. Helge Bruelheide (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg/i div) und Dr. Lina Weiß (NMZB).
Gezeichnetes Protokoll des Workshops zu Siedlungen Vergrößern
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings in Siedlungen
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Bodenbiodiversitätsmonitorings Vergrößern
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Bodenbiodiversitätsmonitorings
Gezeichnetes Protokoll des Workshops zum Lebensraum Wald Vergrößern
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings in Wäldern
Gezeichnetes Protokoll des Workshops zu Binnengewässern und Auen Vergrößern
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings in Binnengewässern und Auen
Gezeichnetes Protokoll des Workshops zum Lebensraum Agrar- und Offenland Vergrößern
Graphic Recording des Workshops zur Weiterentwicklung des Biodiversitätsmonitorings im Agrar- und Offenland
Graphic Recording der Diskussionen entlang lebensraumübergreifender Zielen am zweiten Tag des Forums Vergrößern
Graphic Recording der Diskussionen entlang lebensraumübergreifender Zielen am zweiten Tag des Forums
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