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Bundesamt für Naturschutz

Vortragsreihe des Monitoringzentrums - Der aktuelle Stand des Ehrenamtlichen Vogelmonitorings in Deutschland

Themenblock: Monitoring spezifischer Artengruppen (durch Fachgesellschaften)
Datum, Uhrzeit
18.02.2026 (Mi.) 11:00 Uhr
 
18.02.2026 (Mi.) 12:00 Uhr
Veranstaltungsort
Online
Veranstalter*in
Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität
Zielgruppe
Interessierte, Forschende, Vertretende von Bundes- und Landeseinrichtungen, Fachverbänden, Freiwillige im Monitoring
Veranstaltungssprache
Deutsch

Vortragender: Dr. Tobias Erik Reiners (Dachverband Deutscher Avifaunisten)

Das ehrenamtliche Vogelmonitoring in Deutschland bildet eine zentrale Säule für die Erfassung von Bestandsentwicklungen, die Bewertung des Zustands der biologischen Vielfalt und die Erfüllung nationaler wie internationaler Berichtspflichten im Naturschutz. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) koordiniert hierzu ein bundesweit einzigartiges, mehrstufiges Monitoring-System, das systematische Erfassungsprogramme mit großskaligen Citizen-Science-Daten verknüpft. Kernprogramme sind das Monitoring häufiger Brutvögel (MhB), seltener Brutvögel (MsB), rastender Wasservögel (MrW), das Seevogelmonitoring (SAS) sowie der Brutvogelatlas ADEBAR. Ergänzt werden diese durch das Vogelmonitoring in Schutzgebieten (VM-S) und durch Gelegenheitsbeobachtungen über die Meldeplattform ornitho.de, die inzwischen mehr als 107 Millionen Beobachtungen von rund 60.000 registrierten Nutzerinnen und Nutzern umfasst. Insgesamt engagieren sich mehrere tausend Ehrenamtliche bundesweit in standardisierten Zählprogrammen.

In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Fortschritte in der Digitalisierung, Methodenharmonisierung und Datenverfügbarkeit erzielt. Die zunehmende Nutzung von Online-Erfassungstools (ornitho.de, NaturaList) hat den Datenfluss beschleunigt und ermöglicht zeitnahe Auswertungen sowie Feedback an die Kartierenden. Neue Module, etwa im Monitoring seltener Brutvögel oder im Alpenvogelmonitoring, erweitern die taxonomische und räumliche Abdeckung und schaffen erstmals belastbare Datengrundlagen für bislang unterrepräsentierte Artengruppen und Lebensräume. Durch die erreichten Laufzeiten vieler Programme sind zunehmend robuste Trendanalysen möglich, die direkt in wissenschaftliche Publikationen, nationale Bestandsbewertungen, Rote-Liste-Einstufungen und den Vogelschutzbericht einfließen. Das ehrenamtliche Vogelmonitoring des DDA zeigt damit exemplarisch, wie langfristiges bürgerschaftliches Engagement, moderne digitale Infrastruktur und institutionelle Kooperationen wirksam zum Wissensaufbau und zur Umsetzung von Naturschutz beitragen können.

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