Monitoringzentrum im internationalen Austausch: Ukrainische Regierungsvertreter*innen zu Gast in Leipzig
Am 30. April 2026 begrüßte das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität fünf ukrainische Vertreter*innen aus dem Umweltministerium, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und einem Büro der Vereinten Nationen am Bundesamt für Naturschutz in Leipzig. Ziel des Besuchs war der fachliche Austausch über Strukturen, Rollen, Methoden, Datenmanagement und Fördermechanismen des nationalen Biodiversitätsmonitorings in beiden Ländern.
In der Ukraine ist das Biodiversitätsmonitoring zentral organisiert und orientiert sich an internationalen und europäischen Vorgaben. Das Land hat sich zur Convention on Biological Diversity bekannt und verfolgt die Ziele des Kunming-Montreal-Rahmens. Die Entwicklung einer Nationalen Biodiversitätsstrategie wird dabei als zentraler Baustein für den Wiederaufbau und eine nachhaltige Entwicklung angesehen. Trotz der erheblichen Herausforderungen durch den Krieg treibt das Land den Aufbau eines modernen Monitoringsystems weiter voran. Internationale Unterstützung, etwa im Rahmen von Projekten der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMUKN (IKI), trägt dazu bei, den Aufbau entsprechender Strukturen zu fördern. Geplant sind unter anderem ein nationales Monitoringzentrum sowie eine zentrale Softwarelösung zur Sammlung und Auswertung von Biodiversitätsdaten. Dabei können Erfahrungen des seit 2021 bestehenden Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität in Deutschland helfen.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie das Monitoringzentrum aufgebaut ist und welche Aufgaben es übernimmt. Es wurde erläutert, wie das Biodiversitätsmonitoring in Deutschland organisiert ist und welche Ansätze das Monitoringzentrum zu seiner Weiterentwicklung verfolgt. Zudem stellte eine Mitarbeiterin des Fachgebietes Monitoring der terrestrischen Biodiversität am Bundesamt für Naturschutz beispielhaft zwei bundesweite, standardisierte Monitoringprogramme und ausgewählte Ergebnisse für diese vor.
Die ukrainischen Gäste zeigten großes Interesse an den föderalen Abstimmungsprozessen, an Aktionsplänen und an der partizipativen Entwicklung eines Gesamtkonzepts für ein umfassendes Monitoring in Deutschland. Es bestand Einigkeit über die Bedeutung verlässlicher Daten als Grundlage für wirksamen Biodiversitätsschutz. Wie im Austausch betont wurde, ist es anspruchsvoll, Wissenslücken im Bereich Biodiversität zu schließen und erfordert vielfältige Lösungsansätze.
Beide Seiten sind an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert. Das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität freut sich darauf, den Austausch insbesondere im Kontext der EU-Partnerschaft Biodiversa+ sowie beim Aufbau eines Netzwerks europäischer Monitoringzentren fortzusetzen.
Vernetzung und Austausch auf europäischer und internationaler Ebene
Das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität engagiert sich aktiv in europäischen und internationalen Prozessen. Es fördert den fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg, unterstützt die Zusammenarbeit mit Gremien und Organisationen und bringt seine Expertise in Monitoringnetzwerke ein. Einen wichtigen Beitrag leistet dabei die Mitarbeit in der EU-Partnerschaft Biodiversa+, in der das Zentrum an Pilotprojekten zu Monitoring, Datenaustausch und innovativen Methoden beteiligt ist.