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Bundesamt für Naturschutz

Meeresmonitoring in der deutschen Ost- und Nordsee (MSRL-Überwachungsprogramme)

Monitoringprogramm
Im Rahmen der Überwachungsprogramme nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wird der Zustand der Meeresumwelt in Nord- und Ostsee fortlaufend erfasst und bewertet. Dafür werden Daten zu biologischen, chemischen und physikalischen Parametern sowie zu Belastungen und Nutzungen systematisch erhoben. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Zustandsbewertung und die Ableitung von Schutzmaßnahmen.
Laufzeit
Seit 1997 Zusammenarbeit bei der Überwachung der Meeresumwelt von Nord- und Ostsee zwischen Bund und Küstenbundesländern, seit 2014 MSRL-Überwachungsprogramme
Federführung
Küstenbundesländer im jeweiligen Zuständigkeitsbereich (Küstengewässer), Bund (in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), Bundeswasserstraßen), Koordination durch Bund/Länder‑Arbeitsgemeinschaft Nord‑ und Ostsee (BLANO)
Förderung
Öffentliche Finanzierung durch Bund und Küstenländer im Rahmen gesetzlicher Pflichtaufgaben
Beobachtungsobjekt
Biotope
Tiere
Pflanzen
Wasser
Andere
Boden
Klima/Luft
Räumliche Dimension
Deutschland
Europa
Bundesland
Bremen
Hamburg
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)

Lagebeschreibung

Räumlich verteiltes Messnetz ergänzt durch flächen- und transektbasierte Erhebungen (Befliegungen, Schiffsfahrten) in Nord- und Ostsee.

Beschreibung

Im Rahmen der Überwachungsprogramme nach der Meeresstrategie‑Rahmenrichtlinie (MSRL) wird der Zustand der Meeresumwelt in Nord‑ und Ostsee systematisch erfasst und bewertet sowie Schutzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt, um einen guten Umweltzustand der Meeresgewässer zu erreichen und zu erhalten. Das Monitoring wird durch die Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee (BLANO) koordiniert. Umgesetzt wird es durch die Küstenbundesländer im Küstengewässern und durch den Bund in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Im biologischen Monitoring werden in pelagischen und benthischen Lebensräume Daten zu Makrophyten und Phytoplankton, Fischen, Zooplankton, Vögeln, Makrozoobenthos sowie marinen Säugetieren erhoben, sowie auch nicht - einheimische Arten erfasst. Um den Zustand der Meeresumwelt umfassend zu beschreiben, werden auch Monitoringprogramme zur Erhebung chemischer (Schad- und Nährstoffe) und physikalischer Parameter durchgeführt sowie menschliche Nutzungen und Belastungen (u.a. Energieeinträge, Abfälle) erfasst. Die MSRL definiert 11 Deskriptoren des guten Umweltzustands (GES), für die jeweils Kriterien und dazugehörige Indikatoren festgelegt sind. Die biologische Vielfalt wird gezielt im Deskriptor Biologische Vielfalt (D1) adressiert, wobei auch weitere Deskriptoren wie Nicht-einheimische Arten (D2), Zustand kommerzieller Fisch- und Schalentierbestände (D3), Nahrungsnetze (D4) und Meeresboden (D6) Bezug zur Biodiversität haben. Um die Vergleichbarkeit innerhalb der Meeresregionen zu gewährleisten, stimmt Deutschland die Entwicklung und Durchführung des Monitorings mit den Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee im Rahmen von regionalen Übereinkommen und Kooperationen, wie OSPAR, HELCOM und der Trilateralen Wattenmeerkooperation (TWSC), ab. Weiterhin schließen die MSRL-Überwachungsprogrammen bestehenden Anforderungen nach anderen Rechtsgrundlagen, z.B. der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und Vogelschutzrichtlinie (VRL), mit ein. Die Zustandsbewertung, Überwachungsprogramme und Maßnahmenprogramme werden jeweils in 6-jährigem Zyklus erstellt, an die Europäische Kommission übermittelt und veröffentlicht.

Wie kann ich mitmachen?

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung können interessierte Menschen die Überwachungsprogramme vor Berichterstattung an die EU-Kommission einsehen, dazu Stellung nehmen und Vorschläge einbringen.

Datenverfügbarkeit

Die Daten des Meeresmonitorings werden durch die verschiedenen nationalen Infrastrukturen und Anwendungen in den Küstenländern, Bundes- und Forschungseinrichtungen dezentral oder zentral bereitgestellt. Einzelne Datenbestände sind noch nicht frei verfügbar. 

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