Unsichtbares sichtbar machen: neue Perspektiven für das Bodenbiodiversitätsmonitoring
Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass molekularbiologische Verfahren ein großes Potenzial für ein zukunftsfähiges behördliches Bodenbiodiversitätsmonitoring besitzen. Sie ermöglichen eine standardisierbare, taxonomisch breite und vergleichsweise objektive Erfassung von Organismengruppen. Das Gutachten unterstreicht hierbei, dass insbesondere das Metabarcoding für einige Bodenorganismengruppen wie zum Beispiel Bakterien bereits heute eine belastbare Basis für den Einsatz in der Monitoringpraxis bietet. Langfristig bieten insbesondere genombasierte Ansätze (Metagenomik) die Chance, nicht nur zu bestimmen, wer im Boden lebt, sondern auch, welche ökologischen Funktionen diese Organismen erfüllen.
Den entscheidenden Mehrwert liefert das Gutachten durch einen strukturierten Fahrplan, der in sechs zentralen Handlungsfeldern, von der methodischen Standardisierung über den Datenbankausbau bis hin zur KI-gestützten Auswertung, Schritt für Schritt aufzeigt, wie der Transfer dieser neuen Methoden in ein zukunftsfähiges behördliches Monitoring gelingen kann.
Das Gutachten wurde von dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, dem Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie und der Fachhochschule Südwestfalen gemeinsam im Auftrag des Nationalen Monitoringzentrum zur Biodiversität erstellt.